Cine 5 Asbach zeigt „Carmen“ live aus der Met


Liebe, Freiheit – oder Tod

Berauschende Rhythmen, hinreißende Melodien, zwei Machos und eine starke Frau – dazu die Hitze Spaniens. Das ist der Mix, aus dem einer der größten Welterfolge in der Operngeschichte gemacht ist: „Carmen“ von Georges Bizet. Im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“ lässt dieser von Sir Richard Eyre neu inszenierte Klassiker am Samstag, 2. Februar, ab 19 Uhr, die Herzen aller Opernfans im Asbacher Cine 5 wieder höherschlagen.

Clementine Margaine ist in der Titelrolle als „Carmen“ zu sehen und zu hören.
Bild: Met/Marty Sohl

Anfangs deutete nichts darauf hin, dass dem französischen Komponisten ein Werk gelungen ist, das heute zu den am meisten aufgeführten Stücken des internationalen Opernrepertoires zählt. „Ein in höchstem Maße unmoralisches Werk“, lautete das vernichtende Urteil nach der Uraufführung am 3. März 1875 in der Opéra-Comique in Paris in Anspielung auf die realistische Milieuschilderung, Dramatik und schicksalhafte Tragik.

Doch nur wenige Monate später startete das Werk von der Wiener Hofoper aus seinen Siegeszug über alle großen und kleinen Opernbühnen rund um den Erdball. Zwar konnte Komponist Georges Bizet diesen Triumph selbst nicht mehr auskosten – er war kurz nach der Uraufführung mit 36 Jahren völlig entkräftet und enttäuscht gestorben – doch diese Oper machte ihn unsterblich.

Auf der Grundlage der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée entstand ein schockierend realistisches Spiel um Liebe und Macht, den Freiheitskampf des Eros und die Kraft des Lebens gegen Ausbeutung und unterdrückerische Gewalt. Auch wenn die verführerische Zigeunerin ein Fantasieprodukt der französischer Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halevy und ein früheres Spanien beschreibt, dass es so nie gegeben hat, die „Kampfansage“ an die romantische Oper zieht Opernfreunde einfach in ihren Bann.

Carmen, die wahrscheinlich begehrteste Frauenfigur der Operngeschichte, lebt frei von Angst im Hier und Jetzt, ist alles, von Femme fatale, über Magierin, politischer Aktivistin, Botin des Todes und Priesterin der Liebe: „L‘amour est un oiseau rebelle – Die Liebe ist ein wilder Vogel“: In ihrer berühmten Habanera besingt Carmen die Unbeständigkeit des stärksten aller Gefühle. Und damit gewinnt sie das Herz des Sergeanten Don José, der ihr rettungslos verfällt, sie durch seine Liebe allerdings auch einengt. Im Konflikt zwischen ihrer Freiheit und dieser Liebe entscheidet sie sich für die Freiheit – mit drastischen Konsequenzen.

 

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