„La Traviata“ live aus der Met im Cine 5 Asbach


Liebe und Tod im Dreivierteltakt

Sie zählt zu den beliebtesten und weltweit am häufigsten gespielten Opern: „La Traviata“. Mit einer Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Meisterstück verabschiedet das Asbacher Lichtspieltheater Cine 5 am Samstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr, das bewegende „Live aus Met“-Jahr.

Verdis „La Traviata“ basiert auf Alexandre Dumas´ Romanvorlage „Die Kameliendame“.
Bild: Met/V. Peters

Es tut mir leid, Dir eine schmerzliche Nachricht geben zu müssen, aber ich kann Dir die Wahrheit nicht verhehlen. Die ,Traviata‘ hat Fiasko gemacht. Forschen wir nicht nach den Ursachen. Es ist so.“ Diese Worte schrieb Verdi am 7. Mai 1853, einen Tag nach der  desaströsen Uraufführung seines damals jüngsten Werkes am Teatro La Fenice in Venedig, an seinen Verleger Ricordi. Erst ein Jahr später begann der Siegeszug der „Walzeroper“ durch die Opernhäuser weltweit. Verdi selbst konnte sich den späten Erfolg nur schwer erklären. „Als Profi halte ich ,Rigoletto‘ für meine beste Arbeit, als Liebhaber aber ,La Traviata‘.“

Dabei sollte das Werk ursprünglich den Titel „Amore e morte“ – Liebe und Tod – tragen. Und tatsächlich sind es genau diese beiden Pole, zwischen denen sich die tragische Geschichte der Kurtisane Violetta Valéry nach der Romanvorlage „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas abspielt: Schön, klug und von allen begehrt, aber durch Tuberkulose vom Tod gezeichnet, lebt sie im Rausch des Augenblicks – inmitten der vergnügungssüchtigen Pariser Gesellschaft. Der wahren Liebe hatte sie eigentlich schon abgeschworen – bis sie Alfred Germont trifft.

Mit ihm will sie weit weg von der Pariser Halbwelt ein neues Leben wagen. Doch die Vergangenheit holt Violetta ein, und die Liebe, nach der sie sich sehnt, bleibt Wunschtraum, weil sie innerhalb des Wertesystems der Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist.

Nur Verdis Musik verweist mit transzendenter Kraft über den Tod hinaus auf ein besseres, menschenwürdigeres Leben. Denn erst durch sie kommen die großen Themen Liebe, Tod und Moral differenziert zur Geltung. Verdi hat weniger den morbiden Reiz der heiligen Hure, die Leidenschaft des jungen bürgerlichen Liebhabers, die Zwielichtigkeit des Milieus und die Moralität des Vaters komponiert als die Wechselwirkung all dieser Momente.

So geht es in seiner populärsten Oper um mehr als um den Leidensweg einer Außenseiterin: Labile psychische Innenwelten und gesellschaftliche Verhältnisse werden auf drastische Weise miteinander konfrontiert – bis zum bitteren Ende. (imr)

 

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