Mit Menschen:


Linzer dirigiert auf der ganzen Welt

Als Tobias Patrick Wolf im Alter von etwa sechs Jahren in der Erpeler Kneipe seiner Eltern verkündete, dass er später einmal Dirigent werden möchte, ahnte noch niemand, dass sein Kindheitstraum 20 Jahre später Wirklichkeit sein würde. Im Juni hat der 27-Jährige sein Musikstudium an der University of Aberdeen in Schottland mit Bestnote abgeschlossen und bereits zuvor Erfolge als Dirigent gefeiert.

Ist für das Kreischorkonzert vorübergehend in seine Heimatstadt Erpel zurückgekehrt: Dirigent Tobias Patrick Wolf.
Bilder: privat/Peter Malcolm

Der in Linz geborene und in Erpel aufgewachsene Tobias Patrick Wolf spielte bereits in jungen Jahren Klavier und war im Tambour-Corps Erpel aktiv, das er auch mehrere Jahre musikalisch leitete. „Ich habe alles aufgesogen. Auch an meiner Schule, dem Gymnasium Nonnenwerth, boten sich mir viele Möglichkeiten“, erinnert sich der Erpeler, der 2010 bereits Kreisjugendmusikleiter im Landkreis Neuwied wurde.

Seit vier Jahren in Schottland

Nach dem Abitur machte er zunächst eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation beim Beethovenfest in Bonn. „Das fühlte sich aber eher an wie der Eintritt in die Musikbranche“, sagt Wolf. Anschließend studierte er an der Universität Bonn Englische Literatur- und Musikwissenschaft. Während eines Auslandssemesters an der University of Aberdeen in Schottland wurde er „entdeckt“ und bekam das verlockende Angebot dort Musik zu studieren.

Mittlerweile lebt der gebürtige Rheinland-Pfälzer bereits seit vier Jahren in der schottischen Hafenstadt, die für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden ist. An sein in diesem Sommer abgeschlossenes Dirigat- und Komposition-Studium schließt er jetzt noch ein Aufbaustudium an.

Fragt man Wolf nach seinen größten musikalischen Erfolgen, nennt er gleich das traditionelle Pro Coro Karfreitagskonzert im Winspear Centre im kanadischen Edmonton. Bei der Veranstaltung im April dieses Jahres durfte er das Ensemble in der ersten Hälfte dirigieren und in der zweiten Hälfte selbst als Sänger mitwirken. Im Vorfeld hatte er sich mit dem Dirigenten Michael Zaugg und dem renommierten Chor intensiv auf das Konzert vorbereitet und dabei sehr viel gelernt.

Kreischorkonzert in Erpel steht an

Besonders stolz ist der 27-Jährige auch auf „The King’s Philharmonic Wind Orchestra“, das er 2016 gegründet hat. Darüber hinaus ist er auch Musikdirektor einer Reihe von weiteren Orchestern und Chören im Nord­osten Schottlands und als Dirigent an der University of Aberdeen tätig.

Derzeit weilt Wolf für einige Wochen in seiner Heimatstadt Erpel, da er sich auf ein Kreischorkonzert mit internationalen Gästen vorbereitet, das am Sonntag, 25. August, um 18 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena in Rheinbreitbach stattfinden wird. Der Kreischorverband Neuwied möchte im Rahmen der Feierlichkeiten zu seinem 70. Jubiläum eine Messe von Antonin Dvorak in D-Dur Opus 86 von einem Projektchor zu Gehör bringen und konnte für die musikalische Leitung Wolf sowie englischsprachige Solisten gewinnen.

Vor fast genau vier Jahren – kurz vor dem Auslandssemester in Schottland – fand im Sommer 2015 übrigens das von Wolf intendierte erste Klangtunnel Musikfest im geschichtsträchtigen Tunnel hinter der ehemaligen Ludendorffbrücke in Erpel statt. Seitdem ist viel passiert. Heute ist Wolf, der sich selbst als Kosmopolit sieht, ein preisgekrönter Dirigent und Komponist, der in Großbritannien, Deutschland und auf der ganzen Welt Konzerte gibt. (eg)

 

 

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