Ex-Sitzungspräsident Wolfgang „Wolli“ Klein erzählt, wie es früher war

 

Linzer Karneval in alten Zeiten

Früher war alles schöner. Gerade wenn es um Traditionen geht, ist dieser Satz beinahe Standard. Nicht so für Wolfgang Klein. Damit der Interviewpartner der RWN-Redaktion bei allen Lesern auch wirklich als Karnevalsexperte akzeptiert wird, muss der „richtige“ Name her: „Wolli“ heißt der Mann, der wohl wie kaum ein anderer den Karneval in Linz und der Region kennt. Zum Rückblick war er bereit, beim aktuellen Vergleich verweist er lieber auf die junge Präsidentin der Linzer KG.

Wolfgang Klein _Wolli_ langjähriger Sitzungspräsident der Großen

Wolfgang „Wolli“ Klein, langjähriger Sitzungspräsident der Linzer KG, warf für die RWN-Redaktion einen Blick zurück.
Bild: H.-W. Lamberz

Aber schon zu Beginn des Redaktionsgesprächs entlarvt „Wolli“ einen Unterscheid: „Früher wurde der Palm gleich dreimal proppevoll.“ Der legendäre Saal im Hotel am Leetor wurde in den letzten Jahren höchstens noch bei den ebenso legendären Möhnensitzungen voll. Der Karneval und seine Sitzungen waren dereinst, das räumt auch der Experte Klein ein, gesellschaftliches Ereignis: „Da gab es bei den Frisören im Ort keine freien Termine mehr“, witzelt der langjährige Sitzungspräsident. 1963 habe er „bei der Kolpingsfamilie klein angefangen“, nutzt „Wolli“ das Wortspiel mit dem eigenen Namen. Damit offenbart er aber auch eine weitere Traditionsstütze für den Linzer Karneval: Er gehört zum Stadt- und Vereinsleben fest dazu. Und das übrigens nicht nur zur fünften Jahreszeit.

Sorgen kannte man aber auch schon vor Jahrzehnten beim Karneval: Nachwuchssorgen beispielsweise. 1968 wurde eigens eine Jugendkarnevalssitzung „geboren“, um dem Nachwuchs den Weg in die Bütt zu ebnen. „Mit mäßigem Erfolg“, wie „Wolli“ Klein einräumt. Apropos Bütt: Sitzungspräsident Klein, so erinnern sich Zeitgenossen, hat auch mal geschimpft. Wenn die Zuhörer in der Halle keine Zuhörer waren: „Ein Redner verdient die Disziplin der Sitzungsbesucher“, umschreibt es Klein eher diplomatisch. Dann fügt er aber schnell hinzu: „Das hat sich inzwischen wieder gebessert. Die Sitzungen sind klein und schnuckelig, werden auch wieder verstärkt angenommen.“

Als ein Drittel der berühmten „Botze“ im Linzer Karneval kann „Wolli“ auch hier mit eigener Erfahrung dienen: „Wir haben immer darauf geachtet, dass wir uns selbst auf die Schippe genommen haben, nicht andere oder das Publikum.“

 

 

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