Lotsen helfen bei Integration

1998 wurde vom Forum Ehrenamt, Perspektiven für das Leben, der Ausbildungsgang Ehrenamtliche Familienbegleiter als „Königswinterer Modell“ in Haus Heisterbach entwickelt. Auf Bundesebene fand das herausragende Projekt Beachtung und zahlreiche Nachahmer. Im Rahmen dessen werden seit der steigenden Zahl ankommender Flüchtlinge auch Migrantenfamilien von Integrationslotsen unterstützt.

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Die Integtrationslotsen unterstützen Flüchtlinge unter anderem beim „Papierkram“.
Bild: Forum Ehrenamt

Für künftige Lotsen wird ein spezieller Ausbildungsgang angeboten. Damit wurde eine Lücke in der Familienbegleitung geschlossen. Die Lotsen begleiten ihre Migrationsfamilie als feste Bezugsperson längerfristig, meist zwei bis drei Jahre. Sie übernehmen die wichtige Vermittlerrolle in vielen alltäglichen Dingen.

Sie betreuen Asylbewerber in den Übergangseinrichtungen oder in ihren Wohnungen. Mal leisten sie Hilfestellungen bei bürokratischen Dingen wie der Stellung von Anträgen oder dem Einrichten eines Bankkontos. Ein anderes Mal organisieren sie Arztbesuche oder begleiten zu Kindergärten und Schulen und stellen Verbindungen zu Vereinen, Kirchen oder Netzwerken her.

Für Interessierte werden Ausbildungslehrgänge angeboten, der nächste beginnt Mitte November und dauert ein halbes Jahr. Die Resonanz und die Abschlussquoten befinden sich in einem erfreulichen Bereich. „Auch nach der Absolvierung werden die Lotsen von einem Expertenteam – mit einer Psychologin und einer Soziologin, beide selber mit Migrationshintergrund– betreut“, betont Jochen Breuckers, der Leiter der Ehrenamtsbörse für Königswinter und Umgebung.

Schulung erhöht Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussichten für eine funktionierende Integrationssarbeit werden durch die Schulung erhöht. „Von den Menschen, denen ausgebildete Helfer zur Seite stehen, kommt durchweg positives Feedback“, berichtet Jochen Breuckers. Wichtig sei vor allem für die Helfer „eine Haltung zu entwickeln, die Lebensumstände, Wertvorstellungen anderer Kulturkreise berücksichtigt. Gleichzeitig aber müssen auch die hiesigen Verhältnisse und Anforderungen erklärt und vermittelt werden. Es muss ein Geben und Nehmen sein.“

Nötig ist, ein ausgewogenes Maß zwischen Distanz und sich entwickelnden Freundschaften zu wahren. Auch auf traumatisierte Personen wird der Betreuer gut vorbereitet, damit er weiß, wie er sich verhalten soll. „In solchen Fällen schaltet er das Expertenteam ein, das die weiteren Schritte festlegt“, so Breuckers.

Der Bedarf an Lotsen ist weiter groß. Interessenten für einen Kurs, auch aus dem Umland, können sich melden unter 0 22 23/92 36 36. (mc)

 

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