Mein Verein: Flying Dancers

 

„Man muss ein bisschen durchgeknallt sein“

Seit 25 Jahren schwingen „The Flying Dancers“ aus Unkel das Tanzbein und feiern dies in Kürze mit einer sommerlichen Karnevals­party. Von der ersten Stunde an Teil des Männerballetts ist Gründungsmitglied Christoph Arens.

Christoph Arens (kleines Bild) gehört zu den Gründungsmitgliedern des Unkeler Männerballetts „The Flying Dancers“.
Bilder: Verein, privat

Angefangen hat alles 1994. Die Initial­zündung gab für den damaligen Mittzwanziger ein in die Jahre gekommenes Unkeler Männerballett. Der kellnernde Student Christoph Arens erzählte ein paar Leuten an der Theke von der Idee einer Neugründung. „Dann haben wir verschiedenste Leute, die uns in den Sinn kamen, angesprochen und hatten relativ schnell zehn Leute am Start,“ erinnert sich der 51-Jährige. Mit Karin Wolf fand sich auch eine passende Trainerin.

Heute wird die Gruppe von Alice Dommermuth und Michelle Welsch trainiert, die beide Tanzerfahrung haben. „Die zwei jüngeren Damen tun uns sehr gut. Sie bringen frischen Wind“, betont Arens.

Derzeit besteht das Ballett aus 13 Tänzern im Alter von 30 bis 60 Jahren, die bis auf einen alle auch in der Verbandsgemeinde Unkel wohnen. Bei ihren Auftritten ist die Truppe bis Köln unterwegs, auch in der Eifel war sie schon. Hauptkampftag ist für „The Flying Dancers“ Weiberfastnacht mit sechs bis sieben Auftritten. Auch sonstige Verpflichtungen liegen in der Regel in der Karnevalszeit. Auftritte bei runden Geburtstagen und Hochzeiten kommen höchstens bei Leuten aus den eigenen Reihen vor.

Trotzdem trainiert die Gruppe das ganze Jahr über alle 14 Tage. „Es hat sich gezeigt, dass es uns gut tut, die alten Knochen geschmeidig zu halten“, erzählt der gebürtige Unkeler schmunzelnd. Ab September trainiert die Gruppe in der Regel ein- bis zweimal pro Woche, bei Bedarf auch öfter. Das Training findet hauptsächlich im St. Pantaleon Seniorenzentrum in Unkel-Scheuren und im Vereinsheim des FC Unkel statt.

Jedes Jahr legt das Männerballett nach Karneval ein neues Motto fest. „Die Choreographie steht ganz hinten an, weil wir immer etwas Passendes finden, aber das Kostümmotto und die Musik müssen natürlich harmonieren“, weiß Arens. Zu den Mottos der letzten 25 Jahren gehören etwa Rock ’n’ Roll, Cancan, Football, Blues Brothers sowie Schlager und Cowboys. Um die vielfach selbstgenähten Kostüme kümmert sich Anja Schreiner. Ein jährlich erscheinender Motto-Button spiegelt das Kostüm der aktuellen Session auf witzige Weise und wird bei offiziellen Karnevalsveranstaltungen verteilt.

Während sich die Gruppe früher nur zum Jubiläum am Rosenmontagszug in Unkel beteiligt hat, nimmt sie mittlerweile fast immer teil – mit einem selbstgebauten Wagen, den Familien der Akteure und einigen der über 20 Ehemaligen. Zudem trifft sich das Männerballett fast jedes Jahr im Sommer mit Kind und Kegel zum Grillen am Rhein in Unkel. Auch viele gemeinsame Ausflüge, etwa nach Köln oder zur Bundesgartenschau in Koblenz, gab es bereits.

Als „Flying Dancer“ muss man Arens zufolge eine gewisse Karnevalsaffinität haben und „ein bisschen durchgeknallt sein“. Er schätzt es, dass das Männerballett keine Vereinsstruktur hat und es bei ihnen daher etwas lockerer zugeht. „Obwohl wir kein Freundeskreis sind, haben wir immer eine gute Zeit und sehr viel Spaß zusammen“, führt er fort, was das Männerballett ihm bedeutet. (eg)

 

 

 

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