Bad Honnef

 

Mauerwerksertüchtigung an der Schaaffhausenkanzel

Die Schaaffhausenkanzel ist bei Ausflüglern beliebt: Die Plattform findet sich oberhalb vom Bad Honnefer Stadtteil Rommersdorf und die Aussicht von dort über das Rheintal und Bad Honnef ist grandios. Die Schaaffhausenkanzel ist in die Jahre gekommen und wird auf Initiative und mit großzügiger Spende der Bad Honnefer Familie Stegger rekonstruiert.

Die Schaaffhausenkanzel
Bild: Stadt

Die Schaaffhausenkanzel besteht aus einer Erdanhäufung, die durch Mauerwerk gefasst ist. Die Bausubstanz des Mauerwerks war durch Wurzeln und eindringendes Wasser geschädigt. Auch das Äußere, verschmutzt durch Graffitis, war unansehnlich geworden. Größe und Umfang werden nach dem Umbau gleich sein. Eine Muldenrinne wird verhindern, dass wieder Wasser eindringen kann. Naturstein wird den Abschluss bilden und damit wird die Kanzel weitaus gefälliger aussehen als vorher. Art und Funktion bleiben erhalten: Von dort kann der Blick in die Ferne schweifen. Auch die Beine wird man immer noch baumeln lassen können, denn auf ein abschließendes Geländer, das es vorher auch nicht gab, wird verzichtet.

Die historischen Steine werden alle wiederverwendet und zum Teil als Sitzgelegenheit dienen. Schon bald sollen die Bauarbeiten beendet sein. Dann beginnt die Wiederherstellung der natürlichen Umgebung, auch wenn der Baggerfahrer wahre Meisterleistungen im Rangieren vollbrachte und das Projekt äußerst behutsam mit Rücksicht auf die natürliche Umgebung ausgeführt wird. Die besondere Herausforderung der Mauerwerksertüchtigung der Schaaffhausenkanzel liegt in der Logistik. Das Gelände ist Naturschutzgebiet und Flurschäden sind zu vermeiden.

Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge ist für die Umgebung zuständig. Die Kanzel und deren Grundstück gehören mittlerweile der Stadt Bad Honnef. Vorher war Eigentümer ein Verein gewesen, der ohne Rechtsnachfolger untergegangen war, so dass die Stadt beim Amtsgericht Königswinter ein Aufgebotsverfahren angestrengt hatte. Die Stadt Bad Honnef hatte sich in der Vergangenheit wie eine Eigentümerin um die Kanzel gekümmert und im Rahmen des Aufgebotsverfahrens hatte sich kein anderer potenzieller Eigentümer gemeldet, damit wurde die Kanzel im Mai 2018 Eigentum der Stadt.

Die Schaaffhausenkanzel wurde um 1880 von Hermann Schaaffhausen errichtet. Er war Wissenschaftler und Mitbegründer der modernen Anthropologie. Ihm gehörte im Stadtteil Rommersdorf die bis heute nach der Familie benannte Villa Schaaffhausen. Hermann Schaaffhausen führte ein offenes Haus, hatte viele Kontakte zu Wissenschaftlern und zum Hochadel. Die Plattform diente ihm und seinen Gästen dazu, die Landschaft zu genießen. Ein bisschen Eitelkeit mag dabei gewesen sein, denn von der Schaaffhausenkanzel aus ließ sich auch der Besitz des Gastgebers, Villa und herrschaftliches Gelände, bewundern. Bis heute ist die Schaaffhausenkanzel beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen.

 

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