Fit fürs Internet


Medienscouts kennen Gefahren

An neun weiterführenden Schulen im Rhein-Sieg-Kreis haben sich je vier Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 9 zu Medienscouts ausbilden lassen. Sie sind jetzt Ansprechpartner in ihrer Schulgemeinschaft zu den Themen Mediennutzung und Mediensicherheit. Mitschüler erhalten nach Wunsch Beratung und Aufklärung etwa über Cybermobbing, Abofallen im Internet oder erste Anzeichen von Computerspielsucht.

Die neuen Medienscouts, ihre Beratungslehrkräfte und die Mitwirkenden am Projekt „Medienscouts NRW“
Bild: Rhein-Sieg-Kreis

Das Wissen dazu haben sich die zumeist 13- bis 15-Jährigen seit September in einer speziellen Ausbildung angeeignet. Journalistin und Medienexpertin Melanie Kabus sowie Kristin Langer, Referentin für die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, haben die Jugendlichen in verschiedenen Workshops gecoacht, in denen wichtige Fragen beantwortet wurden. Zum Beispiel: Wie bewege ich mich gefahrlos in sozialen Netzwerken? Wann verstoße ich gegen das Urheberrecht? Wie funktioniert Cybermobbing?

Den Abschluss ihrer Ausbildung bildete eine kontroverse Talkrunde mit dem Thema „Sind Handys/Smartphones Fluch oder Segen?“. Schüler schlüpften dabei in die Rolle eines Smartphone Herstellers, einer Jugendlichen, einer Lehrerin, eines Großvaters und einer Mutter und sprachen über Vorteile der Nutzung, aber auch die Probleme an. Hier konnten die neuen Medienscouts zeigen, was sie gelernt haben. Anschließend erhielten die Jugendlichen und ihre Beratungslehrkräfte ihre Zertifikate.

„Die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu befördern, ist uns ein großes Anliegen“, sagte Hans Clasen, der Leiter des Amtes für Schule und Bildungskoordinierung des Rhein-Sieg-Kreises. „Die Standpunkte, die in der kontroversen Talkrunde vertreten wurden, haben alle ihre Berechtigung: Es geht nicht darum, für oder gegen die Handynutzung zu stimmen, sondern einen bewussten Umgang zu erlernen.“

Da es sich um Heranwachsende handelt, nahmen an den Workshops auch jeweils zwei Beratungslehrkräfte der teilnehmenden Schulen teil. Sie erhielten die Qualifikation, den Scouts bei Problemen und Fragen zur Seite zu stehen. Im Fokus aber standen die Jugendlichen, denn die genießen als Gleichaltrige oftmals mehr Vertrauen bei ihren Mitschülern als Erwachsene. Außerdem kennen sie das Nutzungsverhalten und aktuelle Trends in der digitalen Welt aus eigener Erfahrung.

„Medienscouts NRW“ ist ein Projekt der Landesanstalt für Medien NRW. „Das Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, digitale Medien fair und selbstbestimmt zu nutzen und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern dieses Wissen auf Augenhöhe zu vermitteln“, erläuterte Sven Hulvershorn, Referent bei der Landesanstalt für Medien NRW und Projektleiter Medienscouts. „Ich bedanke mich bei der Bildungs-Stiftung der Kreissparkasse Köln und dem Regionalen Bildungsbüro des Rhein-Sieg-Kreises für deren Unterstützung“.

Denn dadurch konnten Schüler und Lehrkräfte aus insgesamt neun Schulen im Kreisgebiet an der Ausbildung zu Medienscouts teilnehmen. „Die Bildungs-Stiftung der Kreissparkasse Köln hat die Ausbildung gerne unterstützt, weil hier wichtige Digital-Kompetenzen praxisnah vermittelt werden und das dabei erworbene Wissen in einem Peer-to-Peer-Ansatz anschließend an Gleichaltrige weitergegeben wird“, sagte Christian Brand, Geschäftsführer der Stiftungen der Kreissparkasse Köln, abschließend.

An der neuen Qualifizierungsmaßnahme haben folgende neun Schulen aus dem Rhein-Sieg-Kreis teilgenommen:

Bad Honnef: Schloss Hagerhof (Gymnasium und Realschule)
Niederkassel: Kopernikus Gymnasium
Rheinbach: Gesamtschule Rheinbach und Erzbischöfliches St.-Joseph-Gymnasium
Sankt Augustin: Fritz-Bauer-Gesamtschule und Rhein-Sieg-Gymnasium
Siegburg: Gymnasium Siegburg Alleestraße und Anno-Gymnasium
Troisdorf: Gertrud-Koch-Gesamtschule

 

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