Überarbeitete Straßenverkehrsordnung stärkt Rechte

 

Mehr Sicherheit für Radfahrer

Vor gut einem Monat wurde die Straßenverkehrsordnung (StVO) novelliert. In Kraft getreten sind damit auch viele Regelungen zur Stärkung des Radverkehrs.

Grundsätzlich erlaubt: Radfahrer dürfen im Straßenverkehr auch nebeneinander fahren, wenn der übrige Verkehr dadurch nicht behindert wird.
Bild: www.pd-f.de/ Kay Tkatzik

Neu aufgenommen wurde in die StVO ein Mindestüberholabstand. Innerorts müssen Autofahrer in Zukunft einen Abstand von eineinhalb Metern zu Radfahrern einhalten, außerorts sind es zwei Meter. Bislang war in der StVO nur von einem „ausreichenden Seitenabstand“ die Rede.

Neue Park- und Halteverbote

Umgewöhnen müssen sich Autofahrer auch bei der Nutzung des Schutzstreifens für den Radverkehr. War hier bislang zwar kein Parken, aber immerhin ein dreiminütiges Halten erlaubt, gilt nun ein generelles Halteverbot. Denn die alte Regelung führte vielfach dazu, dass Radfahrer den Schutzstreifen nicht durchgängig nutzen konnten.

Weiterhin wird das Parkverbot für Kfz an Kreuzungen mit baulichem Radweg von fünf auf acht Meter vom Fahrbahnkreuzungspunkt erhöht. Damit sollen Sichtbehinderungen und daraus resultierende gefährliche Situationen minimiert werden. An Kreuzungen ohne Radweg bleibt hingegen alles beim Alten.

Experten sehen hierin für Rad fahrende Kinder unter acht Jahren eine besondere Gefahr. Da sie auf dem Gehweg fahren müssen, werden sie hier immer noch schlecht von den Autofahrern wahrgenommen. „Wir raten deshalb auch weiterhin dazu, das Kinderrad mit einem hoch herausragenden Sicherheitswimpel auszustatten“, so Guido Meitler vom Kinderradhersteller Puky.

Ebenso wichtig: Bei jeder Fahrbahnquerung müssen Kinder auch in Zukunft absteigen und schieben – selbst, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden.

Lkw: Abbiegen im Schritttempo

Für mehr Sicherheit soll hingegen eine neue Regel für abbiegende Lkw sorgen, nach der diese nur noch mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen dürfen, wann immer mit Radfahrern und Fußgängern zu rechnen ist.

Neue Verkehrszeichen

Für Radfahrer gilt dafür ab sofort auch der grüne Pfeil, ab, wenn sie von einem Radfahrstreifen oder baulich angelegten Radweg nach rechts abbiegen. Zudem wurde das Verkehrszeichen „Grünpfeil nur für Radfahrer“ eingeführt. Gleiches gilt für das Verkehrszeichen „Radschnellweg“. Dieses kennzeichnet künftig Strecken, die ein schnelles und sicheres Befahren durch Radfahrer über größere Entfernungen ermöglichen sollen.

Analog zu Tempo-30-Zonen sollen zudem in Zukunft auch Fahrradzonen ausgewiesen werden können. Wie bei Fahrradstraßen gilt hier dann Tempo 30. Außerdem darf der Radverkehr in dieser Zone nicht gefährdet oder behindert werden.

Eigentlich keine Änderung, sondern eine Klarstellung des bisherigen Sachverhalts betrifft das Nebeneinanderfahren: Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn der übrige Verkehr dadurch nicht behindert wird.

50 Jahre alter Fehler wurde korrigiert

Endlich wurde zudem ein 50 Jahre alter Fehler getilgt: Hieß es in der StVO-Fassung von 1937 nämlich noch: „Auf einsitzigen Fahrrädern dürfen Radfahrer Personen nicht mitnehmen“ (Ausnahme: Kinder unter sieben Jahren), wurde bei der Neufassung 1970 das Wort „einsitzig“ schlicht vergessen. Jetzt ist es wieder zurück, Rikschas und Lastenräder mit Beförderungsmöglichkeiten sind nun im Straßenverkehr auch legal zu nutzen. Auf dem Gepäckträger darf man aber freilich immer noch nicht jemanden mitnehmen. (ct)

 

 

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