Wiederaufforstung in Bad Honnef

 

Mischwald soll Klimabedingungen standhalten

26.000 Bäume in 14 Tagen werden es sein, die im Bad Honnefer Stadtwald gepflanzt werden. Dort, wo wegen des massiven Borkenkäferbefalls die Fichten gefällt wurden, wird der „Wald von morgen“, wie Stephan Schütte vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft die Neupflanzungen nennt, wachsen. Ein Stieleichen-Hainbuchen-Mischwald wird entstehen, der den veränderten Klimabedingungen standhält.

Von links: Carolin Böhm (Leiterin Fachdienst Umwelt und Stadtgrün), Stephan Schütte (Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, Fachgebietsleiter Landeseigener Forstbetrieb), Bürgermeister Otto Neuhoff und Sebastian Scholz (Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft).
Bild: Stadt

Pflanzeneinschlag ist das Fachwort für die kleine, eingefasste Fläche, wo die neuen Bäume in lockerem Bodenmaterial vorübergehend bündelweise eingegraben werden, bevor sie an ihren endgültigen Standort gebracht werden. Dadurch werden sie vor dem Austrocknen bewahrt. 20.000 Eichen, 5000 Hainbuchen, 500 Vogelkirschen und 500 Flatterulmen wurden von einer Forstbaumschule im Westerwald angezogen. Die jungen Bäume sind um die 1,20 Meter bis 1,50 Meter groß und drei Jahre alt. Die Jahreszeit für die Pflanzungen ist günstig, denn im Frühjahr kann es wieder zu trocken sein.

Die Methode der Trupp-Pflanzung bietet gute Überlebenschancen. Das bedeutet, dass nicht flächig bepflanzt, sondern dass jeweils eine Fläche von sechs mal sechs Metern in einem Abstand von 15 Metern bis zur nächsten Fläche mit Bäumen bepflanzt wird. Die Freiflächen, die zwischen den Trupps liegen, werden mit Birken, Weiden, Lärchen oder Douglasien, die sich von Natur aus vermehren, zuwachsen. Der neue Wald auf insgesamt 14 Hektar muss vernünftig und zeitnah gepflegt werden, damit wilde Pionierpflanzen die gesetzten Bäume nicht überwuchern. Gewählt wurden Pflanzen, für die der Zulieferer in gewissem Rahmen auch dafür einsteht, dass sie anwachsen. Hand in Hand wird mit der Jägerschaft gearbeitet, um vor allem die Reh-Population zu regulieren, damit die Bäume eine Chance haben, groß und stark zu werden.

Die Eichen seien für den Naturschutz extrem wichtig, so Stephan Schütte. Sie kommen gut mit der zunehmenden Sommertrockenheit und den hohen Temperaturen klar. Dazu werden Hainbuchen gepflanzt, die etwas langsamer als Eichen wachsen und gut im Halbschatten gedeihen. Sie bilden dann später im neuen stufigen Mischwald die Mittel- und Unterschicht. Auch die Flatterulme und die Vogelkirsche kommen mit der Sommertrockenheit zurecht.

Bürgermeister Otto Neuhoff half eine Vogelkirsche einzupflanzen. Sie blüht sehr schön und ist besonders für die Insektenwelt wichtig. Bürgermeister Otto Neuhoff sagte: „Das Siebengebirge ist ein Naherholungsgebiet. Deshalb ist uns daran gelegen, dass diese Funktion erhalten bleibt.“ Stephan Schütte fügte hinzu: „Diese Bäume sind ein Investment für die nächsten 150 Jahre im Vertrauen darauf, dass sie den Klimawandel aushalten.“ Der Klimawandel ist auch im Siebengebirge angekommen. Carolin Böhm, Leiterin des Fachdienstes Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bad Honnef, sagte: „Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Wir setzen auf neue Baumarten.“ Bei 26.000 Pflanzen werden um die 60.000 Euro in den Wald investiert. Stephan Schütte sagte: „Die Anschubfinanzierung ist gerechtfertigt, um den Wald in eine gute Zukunft zu führen.“

 

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