Cine 5 überträgt die sechste Oper live aus New York


Mit „La Bohème“ bricht die zweite Halbzeit an

Jeder Tag ein neues Spiel und ein lustvoller Kampf am Rande der Existenz: Mit seiner Oper „La Bohème“ hat der italienische Komponist Giacomo Puccini nicht nur etwas Neues geschaffen, sondern ein Werk für die Ewigkeit. Denn Einzelereignisse und die Empfindungen der handelnden Personen stehen im Vordergrund, nicht eine durchgehende Handlung, die Heldentaten mythischer Sagengestalten oder Intrigen und Machtkämpfe selbstsüchtiger Herrscher.

Susanna Phillips spielt in dieser „La Bohème“-Inszenierung von Franco Zeffirelli die kapriziöse Musetta.
Bild: Marty Sohl/Metropolitan Opera

Leidenschaftlich und anrührend

Und so werden die Charaktere, die mit ganz reellen Sorgen durch ihr Leben stolpern, lieben, lachen, leiden und scheitern, gewiss auch all die Zuhörer zu Tränen rühren, die am Samstag, 24. Februar, ab 18.30 Uhr, den Weg ins Asbacher Lichtspieltheater Cine 5 finden – zur preisgekrönten Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“.

„Ich will die Welt zum Weinen bringen“, soll Giacomo Puccini gesagt haben, bevor er sich an sein Meisterwerk heranwagte. Dass ihm das zweifellos gelungen ist, zeigen auch die aktuellen Opernspielpläne weltweit. „La Bohème“ zählt heute noch immer zu den leidenschaftlichsten, anrührendsten und somit meistgespielten Liebesgeschichten der Opernliteratur – selbst im 122. Jahr nach der Uraufführung 896.

Es war ein regnerischer Tag, als Puccini das Buch „Les scènes de la vie de bohème“ erstmals las. Und er erkannte sofort, dass diese Geschichte der richtige Stoff für eine Oper ist: Der Poet Rodolfo, der Maler Marcello, der Musiker Schaunard und der Philosoph Collin wohnen in Paris in einem ungeheizten Raum. Obwohl völlig mittellos bauen sie sich ihr Leben täglich neu auf aus Fantasie und Tollerei, leichtfertig – und immer in Sehnsucht nach Liebe.

Marcello ficht Beziehungskämpfe mit der kapriziösen Musetta aus, Rodolfo und die kranke Näherin Mimì indes träumen von einem gemeinsamen Leben. Doch gelingen will es nicht; ob aus Angst, aus Armut, oder wegen der Schwindsucht Mimìs – sie trennen sich und finden erst in der Todesstunde Mimìs wieder zusammen. Sie stirbt in Rodolfos Armen.

Musikalische Kostbarkeiten

Sonya Yoncheva als Mimì und Michael Fabiano als Rodolfo kultivieren in der Met-Inszenierung von Franco Zeffirelli den schönen Schein des Genres perfekt, indem sie sich dem Gefühlshaushalt und -überschwang ihrer Figuren ausliefern und sich mit ihren Stimmen in glutvollem Espressivo verlieren.

Die Musik ist mal überschwänglich und humorvoll, mal bedrohlich und tragisch, aber immer ernsthaft in ihrem Ausdruckswillen, sodass sie in den schönsten und in den traurigsten Momenten zu Tränen rührt. (imr)

 

 

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