Anna Netrebko glänzt in „Adriana Lecouvreur“


Mysteriöser Tod einer Diva

„Opernstar spielt Bühnenstar“, heißt es am Samstag, 12. Januar, ab 19 Uhr, im Asbacher Lichtspielhaus Cine 5, wenn die große Sopranisten Anna Netrebko in Francesco Cileas Meisterwerk in die Rolle der mondänen Schauspielerin Adriana Lecouvreur schlüpft.

Eine wahre Begebenheit diente als Grundlage für Francesco Cileas erfolgreichste Oper.
Bild: Met/Vincent Peters

Zwar hat Francesco Cilea mehr Opern komponiert als „Adriana Lecouvreur“, doch nur diese findet sich auf den Spielplänen großer Opernhäuser wie der New Yorker Metropolitan Opera wieder. Weil das Leben der Protagonistin durch das Theater-Milieu in Paris um 1730, tragische Verwechslungen, Missverständnisse, Liebschaften und Intrigen geprägt ist, baut das Musikdrama bis zu Adrianas mysteriösem Tod genau die Spannung auf, die auch exzellente Kriminalromane auszeichnet.

Das 1902 in Mailand uraufgeführte Werk hat unter anderem Enrico Caruso zum Durchbruch verholfen und Sängerinnen wie Tebaldi, Olivero, Simionata und jetzt auch Netrebko Glanzrollen in ihrer Karriere beschert. Die Hauptdarstellerinnen entscheiden dabei stets selbst, bis zu welchem Grad sie gesanglich vor Pathos oder Exaltiertheit strotzen beziehungsweise zurückschrecken.

Das von Arturo Colautti geschriebene Libretto basiert auf dem gleichnamigen, fünfaktigen Schauspiel von Eugène Scribe und Ernest-Wilfried Legouvé aus dem Jahre 1849. Darin verarbeiten die Autoren einen historischen Stoff, den Gesellschafts­skandal aus dem Jahre 1730, der sich um den mysteriösen Tod der Schauspielerin Adrienne Lecouvreur rankte.

Die ist nämlich der unbestrittene Star der Pariser Theaterbühnen. Streitig macht ihr diese Position nur die ebenfalls berühmte Rivalin Duclos, die in der Oper zwar eine wichtige, wenn auch unsichtbare Rolle spielt. Wirklich gelebt haben auch andere Mitglieder der „Comedie Française“. Akteure wie Michonnet oder de Jouvemot indes sind wohl eher fiktiv. Historisch belegt im herzzerreißenden Melodram über die Schönheit des Scheins und die Wirklichkeit des Seins wiederum ist die Beziehung der Lecouvreur zu „Maurizio“, dem Grafen Moritz von Sachsen, der jedoch auch Augen für die Fürstin von Bouillon hatte.

Das Szenario spitzt sich zu, als Adriana Maurizio einen Veilchenstrauß schenkt. Doch statt diesen einfach nur abzulegen, überreicht er ihn seiner adligen Geliebten. Und die erahnt die Hintergründe, macht Adriana als Rivalin aus und schickt ihr im Namen von Maurizio einen vergiften Strauß zurück. (imr)

 

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