„Nachhaltigkeit ist unser oberstes Gebot“

Holz als Energielieferant

Die meisten Verbraucher holen ihr Brennholz als Langholz direkt am Weg ab. Wer Holz benötigt, meldet seinen Bedarf beim Revierförster an.
Bild: Presseagentur Funk

Mit Blick auf die weltweit immer knapper werdenden Rohstoffe und steigenden Energiekosten gewinnt der Rohstoff Holz zunehmend an Bedeutung. Die Rhein-Westerwald- News sprachen mit dem Leiter des Forstrevieres Waldbreibach-Neustadt, Hans-Werner Neitzert. Im Interview gibt der Förster einen Überblick darüber, welchen Stellenwert das Holz der Wälder im Wiedtal für die Bürger hat.

 

Herr Neitzert, wie sieht es mit der Nachfrage an Brennholz in Ihrem Revier aus?

Neitzert: Der Bedarf ist relativ hoch. Deshalb haben die Räte in den Gemeinden entschieden, das Holz hauptsächlich nur an die eigenen Bürger abzugeben.

 

Die Nachfrage kommt auch von Außerhalb?

Neitzert: Ja. Auch die Holz verarbeitende Industrie hat ein Interesse daran, aber diese Dimensionen hat unser Revier nicht.

 

Welche Bäume wachsen in den Wäldern entlang der Wied?

Neitzert: Beim Nadelholz sind es überwiegend die Fichten und Douglasien, beim Laubholz sind es vornehmlich Eichen und Buchen.

 

Wie länge wächst ein Baum, bevor er geschlagen wird?

Neitzert: Rund 60 bis 70 Jahre.

 

Ist durch den Holzeinschlag nicht irgendwann der Wald gefährdet?

Neitzert: Nein. Nachhaltigkeit ist unser oberstes Gebot. Es wird nur so viel eingeschlagen, wie auch aufgeforstet werden kann. Bei den Eichenhängen im Wiedbachtal gewinnt zunehmend auch wieder die klassische Niederwaldbewirtschaftung an Bedeutung.

 

Welches Holz wird von den Bürgern als Brennholz bevorzugt?

Neitzert: Das ist momentan in unserer Region das Laubholz. Ich denke, dass wir in Zukunft aber auch immer mehr das Nadelholz, wie es zum Beispiel auch in Süddeutschland üblich ist, als Brennholz vermarkten.

 

Wie viel Holz kann jährlich in ihrem Revier eingeschlagen werden?

Neitzert: An Brennholz sind es rund 3000 Raummeter, für die Sägeindustrie fallen rund 4 bis 6000 Festmeter ab.

 

Schlagen die Leute selbst das Holz?

Neitzert: Es gibt einige Verbraucher, die einen Sägeschein besitzen. Allerding geht der Trend dahin, das Langholz am Weg zu kaufen. Aus Sicherheitsgründen ist mir dies auch lieber.

 

Herr Neitzert, heizen Sie selbst auch mit Holz?

Neitzert: Ja. Ich habe selbst eine Holzhackschnitzel-Heizung. Auf lange Sicht ist dies nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch viel billiger.

 

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