Heimatverein Rheinbreitbach


Nachlass des Gesangsvereins übernommen

Es war für viele keine unerwartete, aber dennoch traurige Nachricht als der Vorsitzende des Männergesangverein Rheinbreitbach Josef Schneider im letzten Jahr die Auflösung des Männergesangvereins Concordia bei der Jahreshauptversammlung beantragte.

Seit Jahren hatte der 1848 gegründete Verein keine Neumitglieder mehr in seinen Reihen begrüßen können. Der Altersdurchschnitt der Sänger war kontinuierli changestiegen. Doch die Singfähigkeit durch fehlende Mitglieder nahm weiter ab. Auch die vor Jahren bereits eingegangene Kooperation mit den Sangesfreunden aus Bruchhausen hat das Überleben nur verlängert. Letztlich sah der Vereinsvorstand schweren Herzens keine andere Möglichkeit mehr als den Verein aufzulösen. Eine bittere Entscheidung, die zum allgemeinen Sterben der Männergesangsvereine passt.

Um das historische Erbe des Vereins der Nachwelt zu erhalten, hat sich der scheidende Vorstand des Männergesangsvereins nun entschlossen, die Vereinsdokumente und besonderen Gegenstände wie den Pfeifenkopf der Gründungsmitglieder dem Heimatverein Rheinbreitbach zu übergeben. Die Hoffnung ist, dass der Männergesangsverein durch die öffentliche Zugänglichkeit des dortigen Archivs, nicht in Vergessenheit geraten wird.

Der Heimatverein bedankte sich bei der Übergabe der Vereinsarchivalien für das ihm ausgesprochene Vertrauen des örtlichen Männergesangvereins. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der besonderen historischen Rolle von (Männer-)Gesangvereinen für die liberale, demokratische und nationale Entwicklung des damals geteilten Deutschland gedacht. Durch die Pressezensur der damaligen Machthaber und dem Verbot von bestimmten politischen Vereinigungen kamen den Turn- und Männergesangvereine eine nicht unerhebliche Rolle zu, um in einem geschützten Raum über politische Ideen wie die eines geeinten Deutschlands, eine Verfassung oder die Gewerbefreiheit sprechen zu können. Gerade nach der teilweise gescheiterten Revolution von 1848 stellten Turn- und Gesangsvereine ein Auffangbecken für die resignierten Revolutionäre dar. Der Männergesangverein kann daher als ein Vorbote der Bürgerrechte in Rheinbreitbach gesehen werden, von dessen geistigen Errungenschaften der gesamte Ort bis heute profitiert.

Jedoch gebührt den Sängern aus mehreren Generationen ein großes Lob in erster Linie auch für die Erhaltung, Förderung und Pflege nicht nur des deutschen Liedgutes, sondern auch durch andere Aktivitäten, wie Theateraufführungen und Beteiligung an Karnevalszügen, um nur einige zu nennen, die zur Bereicherung des kulturellen Lebens in Rheinbreitbach beigetragen haben. Dem Heimatverein ist es daher eine große Freude diese Archivalien der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen. Ein erster Besichtigungstermin für Interessierte wird am Tag des offenen Archivs am 4. März, um 11 Uhr im Heimatmuseum in Rheinbreitbach sein.

 

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