Nicht jeder hat zum Fest auch frei

 

O du fröhliche Arbeitszeit

O du fröhliche … aber nicht für alle. Denn während an den bevorstehenden Feiertagen die Familien im trauten Heim zusammensitzen, müssen andere arbeiten, oft zum Wohl derer, die unter dem Christbaum die Geschenke auspacken.

Smiling doctor wearing red Santa hat

Auch in Krankenhäusern wird gearbeitet.
Bild: Fotolia/rawpixel.com

Zu denen, die an den Festtagen nicht völlig unbeschwert feiern können, gehören etwa die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren. „Im Bereich der Verbandsgemeinde Linz ist fast jeder zweite Kollege auch an den Feiertagen praktisch auf dem Sprung“, schildert Wehrleiter Thomas Nelles den Einsatzplan. Von den rund 250 Wehrleuten sind dann auch an Heilig Abend mindestens 100 mit einem Ohr am Piepser. „Wir garantieren damit, dass die vorgegebenen Fahrzeuge auch alle im Notfall besetzt sind“, so Nelles.

Bei der Rufbereitschaft wird übrigens keine Rücksicht darauf genommen, ob der Feuerwehrmann Single oder Familienvater ist. „Die Einsatzpläne stehen“, hält der Wehrleiter fest. Weihnachten ist trotz der Kerzen am Baum gar nicht so das große Problem für die Floriansjünger. „An Silvester haben wir normalerweise viel mehr zu tun“, weiß Nelles.

Auch das Pflegepersonal in Krankenhäusern oder die Notdienste der Apotheken sind an den Feiertagen im Dienst. „Wir haben unsere Dienstpläne schon längst festgezurrt“, weiß Petra Kreis von der Landesapothekerkammer. „Natürlich ist ein Notdienst etwa an Heilig Abend nicht besonders beliebt bei den Apothekern. Aber dafür müssen die meisten nicht an allen Feiertagen im Einsatz sein“, so Kreis. Vereinzelt könne es aber auch vorkommen, dass „Apotheken in unserem Bezirk sowohl an Weihnachten wie zum Jahreswechsel Notdienst haben“.

Nicht nur die medizinische Versorgung ist an den Feiertagen gewährleistet, auch die seelsorgerische Betreuung steht. „Die Messdiener im katholischen Seelsorgebereich der Verbandsgemeinde Unkel sind natürlich auch an den Feiertagen im Einsatz“, heißt es aus dem Pastoralbüro in Unkel.

Keine Absagen von den Messdienern

Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und 16 Jahren werden dann zusammen mit den Pfarrern die Kinder-Christmessen und auch die Christmessen selbst betreuen. „Das kann an Heilig Abend dann schon bis 22 oder 22.30 Uhr gehen“. Wer wann als Messdiener zum Einsatz kommt, steht schon lange fest. „Und als wir sie gefragt haben, gab es erfreulicherweise keine Absagen“, ist man im Pastoralbüro dankbar für das Engagement der Jugendlichen.

Hilfe für die anderen – das gilt auch für die Krankenhäuser während der Feiertage. Im Franziskus-Krankenhaus Linz läuft der Einsatzplan schon seit Jahren nach dem gleichen Muster. Die einzelnen Stationen teilen ihr Pflegepersonal sowie die ärztliche Bereitschaft selbst ein. Beim Festtagsdienst im Krankenhaus wird aber durchaus Rücksicht auf die Mitarbeiter genommen, die zuhause Kinder haben. „Wer an Weihnachten Dienst hat, bekommt dafür an Silvester frei“, erläutert das Personalbüro.

Einsatz zeigen auch die Mitarbeiter der Rheinfähre zwischen Kripp und Linz. Dort steht schon seit einem Jahr der Personalplan für die Feiertage. „Wir arbeiten auch an Weihnachten und an Silvester im Schichtbetrieb. Das heißt, unsere Mitarbeiter sind drei Tage im Einsatz und haben dann drei Tage frei“, heißt es von der Rheinfähre Linz-Kripp GmbH.

Polizei im Büro

Auch die Polizei ist an den Festtagen im Einsatz, vor allem um Familienstreitigkeiten zu schlichten.
Bild: Fotolia/Karl-Heinz H

Für die Verkehrsteilnehmer sind aber auch noch andere Helfer an den Feiertagen im Einsatz: die Polizei. „Unsere Dienstpläne folgen einem schon früh festgelegten Jahresplan. Die einzelnen Polizeiinspektionen legen dann unter sich fest, wer an Heilig Abend oder an Silvester Dienst tun muss“, so Jürgen Mertz von der Polizeidirektion Neuwied.

Grundsätzlich werde bei der Polizei auch an Feiertagen keine Rücksicht darauf genommen, ob der eingesetzte Beamte Single oder Familienvater ist. „Aber untereinander regeln die Inspektionen das schon familienfreundlich“, so Mertz. Während es auf den Straßen selbst an Weihnachten wahrscheinlich wieder ruhig zugehen wird, bereiten ganz andere Probleme der Polizei Kopfzerbrechen. „Wir haben es erfahrungsgemäß an den Feiertagen dann vermehrt mit Familienstreitigkeiten zu tun, und die sind nicht unbedingt von der Hand zu weisen“, so Mertz.

Das friedliche Fest also doch nicht so friedlich? „Wenn dann noch Alkohol ins Spiel kommt, auch an Silvester, dann kann es schon mal munter krachen in den Familien“, weiß der erfahrene Polizeibeamte.

Krachen kann es in Verbindung mit Alkohol aber auch schnell auf den Straßen. Wer also zu viel Weihnachtspunsch oder Silvestersekt konsumiert, sollte lieber auf Fahrdienste umsteigen – wie etwa ein Taxi oder den ÖPNV. „Unsere Dienstpläne sind zwar noch in Arbeit und die Fahrer drängen sich nicht gerade danach, an Weihnachten Dienst zu tun, aber dennoch werden wir einsatzbereit sein“, verlautet es von der Neustädter Zentrale von Taxi Jünger.

Alleinstehende Fahrer sind hier selten, die meisten Jünger-Chauffeure sind Familienväter. „Glücklich ist dann keiner, wenn er an Heilig Abend eine Fuhre hat, denn trotz Weihnachten wird auch nicht mehr Trinkgeld gezahlt“, bedauert man.

Ob es für die Fahrer ein kleines Dankeschön an den Feiertagen gibt, weiß Michael Katzwinkel von der Martin Becker GmbH in Altenkirchen nicht. Das Busunternehmen ist auf jeden Fall auch an den Feiertagen entlang des Rheins und im Westerwald im Einsatz. „Allerdings können unsere Fahrer an Heilig Abend ihren Bus gegen 16.30 Uhr in den Betriebshof steuern, dann ist auch für sie Feierabend“, so Katzwinkel.

Wer an Weihnachten oder an Silvester dafür sorgt, dass der Busbetrieb reibungslos klappt, steht schon länger fest. „Wir achten bei dem Personalplan allerdings darauf, dass Familienväter doch ein wenig Zeit zum Kerzen anzünden oder Geschenke auspacken haben“. Familienfreundlich ist auch der Einsatzplan an der Tankstelle Knauber in Unkel. „Wir haben schon längst unsere Dienstpläne gemacht und an den Feiertagen arbeiten wir ohnehin meist mit Aushilfen“, heißt es dort.

 

 

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