Ostereiersuche im #Neuland

Alles begann damit, dass Bill Clinton das vom US-Militär entwickelte Ortungssystem GPS Navstar im Jahr 2000 auch für den privaten Gebrauch freigab. Dave Ulmer, ein Amerikaner schlug daraufhin in einem Internetforum vor, ein weltweites Spiel zu starten und an ausgesuchten Orten Tauschobjekte zu verstecken.

Finding a Geocache

Wenn dem Nachwuchs die Eiersuche im Garten zu langweilig wird, könnte zu Ostern eine GPS-basierte Schatzsuche für Abwechslung sorgen.
Bild: Fotolia/Tyler Olson

Ulmer vergrub damals einen schwarzen Eimer, der CDs, eine Videokassette, ein Buch von Ross Perot und eine Konservendose mit Bohnen in der Nähe seines Hauses bei Portland. Dann postete er die Koordinaten in dem Forum. Binnen weniger Tage pilgerten mehrere Leute zu Ulmers abgeschiedener Hütte, um den „Schatz“ zu heben. Geboren war das Geocaching.

Zehn Jahre später liegt die Zahl solcher Verstecke, auch Caches genannt, bei über einer Million. Es gibt sie in großen Städten, in entlegenen Waldgebieten, sogar in der Antarktis. Zu Ostern 2011 lockte die RWN-Redaktion auch schon so manchen der modernen Schnitzeljäger ins Vorteil-Baucenter Asbach.

Inzwischen praktizieren über vier Millionen Menschen Geocaching. Denn der Ablauf der Hightech-Schatzsuche ist recht einfach: Jemand versteckt eine kleine Kiste oder ein Filmdöschen – und stellt die Koordinaten nebst einer Beschreibung des Ortes in einer Datenbank ein.

Die größte Plattform der Community ist geocaching.com. Hier sind über eine Million Caches verzeichnet. Mit Hilfe eines GPS-Gerätes oder einer geeigneten App navigieren dann andere Geocacher zu dem Schatz, tauschen den Fund gegen selbst mitgebrachte Schätze und tragen sich in einem sogenannten Logbuch ein.

Dieses Logbuch führt den Beweis, dass man wirklich am Schatz war. Nach einer Kontrolle des Fährtenlegers wird der Cache dann in der Online-Community freigeschaltet.

Heute gibt es in nahezu jeder Stadt zahlreiche Caches. Manche liegen in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder Ausflugszielen. Aber besonders beliebt sind jene, die sich an verlassenen Orten oder in abgelegenen Waldgebieten befinden. Auch sogenannte „Educaches“ oder Nacht-Caches können geloggt werden, wie man in der Szene sagt. Educaches führen an historischen Straßen oder Gegenden entlang und erzählen eine eigene Geschichte. Und eine Schnitzeljagd bei Nacht übte bereits in der Kindheit auf viele eine magische Anziehungskraft aus.

Zu den aktivsten und erfolgreichsten Schatzsucher zählt auch eine Familie aus Asbach: Die „Asbacher Bande“, wie sie sich selbst nennt, ging schon in 42 Ländern auf Schatzsuche und hat bereits über 15.000 Caches gefunden. Eine enorme Fundzahl, die aber auch zeigt, wie sehr Geocaching begeistern kann.

Gerade die Ostertage bieten wohl die beste Gelegenheit, sich von diesem Fieber anstecken zu lassen. Während die Kleinen im Garten oder im Wohnzimmer nach Ostereiern suchen, ist das Geocaching eine schöne Alternative für Erwachsene mit älteren Kindern. So ist in den Ferien oft auch genug Zeit vorhanden, um auch Caches zu loggen, die mehr Zeit in Anspruch nehmen. Denn bei den anspruchsvolleren Multicaches lassen sich die verborgenen Schätze nur finden, wenn man zuvor ein Rätsel gelöst oder eine Aufgabe erfüllt hat. So tastet man sich Schritt für Schritt an den Schatz.

Aber egal ob als Hobby in der Mittagspause oder als tagesfüllende Aktivität, das Schönste ist der Moment, in dem der Schatz gefunden wird.  Und zudem ist es sehr spannend zu sehen, wie andere Menschen das eigene Umfeld wahrnehmen und in noch so abgelegenen Winkeln Verstecke finden. Also unser Tipp: Nicht lange zögern, online anmelden und auf geht es zur modernen Schnitzeljagd.

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