Lokale Büchereien erfreuen sich weiterhin großer Resonanz

 

Paradiese für Leseratten

Das „gute Buch“ ist auch im Zeitalter von Internet und Cloud längst nicht ausgestorben. Davon zeugt nicht nur das umfassende Angebot an Büchern in den Vorteil-Centern in Asbach und Unkel. Auch öffentliche Büchereien erfreuen sich in der Region nach wie vor regen Zuspruchs.

Statt Anruf Buch: Ex-Telefonzelle in Unkel
Bild: Stadt Unkel

Mit rund 17.000 Medien kann sich der Bestand der Gemeindebücherei Neustadt durchaus sehen lassen, aber Bibliothekarin Angela Dissemond kann dies noch toppen: Durch die Verbindung zu „Onleihe RLP“ stehen nicht weniger als rund 73.000 digitale Angebote den Lesern an der Wied zur Verfügung. Über 70 Bibliotheken aus Rheinland-Pfalz haben sich dem Intertauftritt „Onleihe“ angeschlossen.

Die Katholische Öffentliche Bücherei der Pfarrgemeinde Unkel steht allen interessierten Bürgern offen. Sie bietet eine Auswahl von über 4000 Medien. Aber auch außerhalb der Öffnungszeiten können Lesefreunde sich bedienen. Dafür stehen an 15 Standorten in Unkel öffentliche Bücherkörbe. Aus diesen können Bücher ganz unbürokratisch ausgewählt und mitgenommen werden. Möglichst innerhalb von vier Wochen sollten sie dann wieder zurück in den „Korb“ kommen. Ein ähnliches Konzept verfolgt auch eine Privatinitiative, die auf dem oberen Markt in Unkel eine ausrangierte Telefonzelle zur Tauschbücherei umgemustert hat.

Außergewöhnlich ist auch das Spezialangebot in der evangelischen Bücherei in Bad Hönningen, die montags und mittwochs jeweils zwischen 16 und 18 Uhr zur Verfügung steht. Mit einem gesonderten Angebot, der Medienbox für Flüchtlinge, wendet sich die Einrichtung an die betreffenden Neubürger.

Auch in Linz gibt es Besonderes in Sachen Lesen zu berichten, auch wenn es schon einige Monate her ist, dass das dortige Jugendprojekt bundesweit Aufmerksamkeit erhielt: Im Rahmen eines Wettbewerbs wurden die jugendlichen Akteure des Büchereiprojekts sogar zum Bundespräsidenten nach Berlin eingeladen. Und der Siegerpreis, ein Tag mit einem Prominenten, führte dann in Linz zu einer außergewöhnlichen „Lesestunde“ in der alten Martinskirche. Prominenter Gast war nämlich der Autor und Mediziner Dr. Eckhart von Hirschhauen. Inzwischen sucht das Projekt nach Nachfolgern für die damaligen Akteure.

Einen eigenen Förderverein hat die Stadtbücherei aus Bad Honnef inzwischen aufzubieten. Die Organisatoren begründen: „Wir unterstützen die Arbeit der Stadtbücherei durch Öffentlichkeitsarbeit, Leseförderung, Veranstaltungen, Spenden für Projekte oder den Erwerb von Büchern und Medien.“

Einen langen Atem haben die Bücherfreunde in Asbach-Kircheib bereits bewiesen. Die Bücherei in der evangelischen Kirchengemeinde feierte nämlich bereits vor drei Jahren das 30-jährige Bestehen. (fu)