Paten betreuen Flüchtlinge in Linz

Nicole Otten engagiert sich seit letztem Jahr für Flüchtlinge. Sie gehört zu den insgesamt 72 Personen aus der Verbandsgemeinde Linz, die ehrenamtlich als Sprach- oder Willkommenspaten tätig sind.

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Ein bis zweimal im Monat bietet Nicole Otten einen Kochkurs für Flüchtlinge im Katholischen Pfarrheim in Linz an.
Bild: privat

Nachdem bekannt geworden war, dass Flüchtlinge in die Verbandsgemeinde Linz kommen, hatten die Evangelischen Kirchengemeinden in Linz und Vettelschoß/Neustadt sowie die Katholische Pfarreigemeinschaft Linz sich bereit erklärt, sich um diese zu kümmern.

„Es gibt Willkommenspaten, die sich um alle Belange sorgen, und Sprachpaten, die den ehrenamtlichen Deutschkurs geben“, weiß der Linzer Diakon Eberhard Roevenstrunk, der im Auftrag der Kirchengemeinde sehr eng mit der Verbandsgemeinde zusammenarbeitet. Die Paten sind direkter Ansprechpartner für die Flüchtlinge und betreuen diese regelmäßig.

Die Flüchtlinge in der VG Linz sind alle in Privatwohnungen untergebracht – als Familie oder als kleine Gruppe von alleinreisenden jungen Männern. „Es ist so gedacht, dass pro Familie oder Männerwohngemeinschaft ein Pate zugewiesen wird. Manchmal ist es auch so, dass sich ein Ehepaar eine Familie oder Männer-WG teilt oder zwei Frauen zusammen eine Familie betreuen“, erklärt Nicole Otten, die von Anfang an dabei war.

Die 37-Jährige hatte sich gemeldet, als Roevenstrunk 2015 auf seiner Facebook-Seite zur Unterstützung der Flüchtlinge aufrief. Die berufstätige Mutter zweier kleiner Kinder springt ein, wenn Not am Mann ist. „In dem Rahmen kann ich helfen, das krieg ich irgendwie organisiert“, erklärt Otten. „Die Paten haben ja auch mal eigene Termine oder sind mal in Urlaub.“

So kommt es etwa vor, dass sie Flüchtlinge zum Arzt fährt, bei der Suche nach einer Wohnung hilft oder Ausflüge mitorganisiert. Eine Handvoll Flüchtlinge sieht sie sogar regelmäßig, „so dass ich wirklich mitbekomme, was sie beschäftigt und was es zu tun gibt. Aber es ist nicht so, dass ich jede Woche bei ihnen vor Ort bin.“

Als positiv empfindet sie, dass vieles über Handys, WhatsApp oder online geklärt wird. So kommt es vor, dass sie ein Foto von einem Brief erhält und schnell und unkompliziert eine Rückmeldung geben kann, was es damit auf sich hat. Ganz einfach werden so auch Termine abgestimmt und Informationen ausgetauscht.

Ein bis zweimal im Monat bietet die Zweifachmutter einen Kochkurs für männliche Flüchtlinge im Katholischen Pfarrheim in Linz an. „Wir kochen zusammen, essen zusammen, tauschen uns aus – und haben eine gute Zeit“, erzählt die Vettelschoßerin. Dabei stellt sie auch „typisch deutsche Lebensmittel“ vor, die die Flüchtlinge nicht oder nur in einer anderen Form kennen, und zeigt, was man damit machen kann.

„Man kann nicht immer nur schimpfen und sagen ‚Das ist alles ein riesen Problem‘“, erklärt die 37-Jährige, warum sie sich engagiert. „Ich finde, das, was man vor Ort machen kann, muss man einfach machen.“ Sie möchte dabei helfen, dass die Menschen sich hier zurecht finden. Wie viel Zeit dafür „draufgeht“, variiert. „Die Paten verschenken die freie Zeit, die sie haben. Es wird nicht vorgeschrieben, wieviel Stunden sie im Dienst sein müssen“, betont Diakon Roevenstrunk. „Sonst würde es zur Pflicht werden. Bisher fahren wir sehr gut  damit.“ (eg)

 

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