Den Jakobsbrüdern folgen

 

Pilgern kann man auch direkt vor der Haustür

„Ich bin dann mal weg“, sagte einst Entertainer Hape Kerkeling und machte sich als Pilger auf den Jakobsweg. Einmal innehalten und der Natur ganz nahe sein; das ist es, was immer mehr Menschen veranlasst, den Rucksack zu packen und auf Schusters Rappen neue Wege zu erkunden. Dabei können sie nicht nur wunderschöne Landschaften entdecken, sondern auch die Seele baumeln lassen und zu sich selbst finden. Und dazu muss man ja nicht unbedingt nach Santiago de Compostela reisen. Pilgern kann man auch direkt vor der Haustüre.

Klosterweg Wanderer 2

Auch der Klosterweg zwischen Rhein- und Westerwaldsteig lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein.
Bild: Presseagentur Funk

Allein auf deutschen Jakobswegen gibt es bundesweit 30 Routen, wo man auf den Spuren der Jakobsbrüder wandeln kann. Auch zwischen Kircheib und Höchstenbach im Westerwald weist die Jakobsmuschel den Weg. Eine Pilgerstation der Jakobsbrüder muss es in Birnbach (nahe Altenkirchen) gegeben haben, das belegt jedenfalls eine Urkunde des Dorfes. Den Westerwald berühren die beiden deutschen Jakobswege 9 (von Marburg nach Köln) und 17 (von Wetzlar über Limburg). Mehr Informationen hierzu gibt es im Internet unter www.deutsche-jakobswege.de und für den Westerwald unter www.fleischer-amteroth.de.

Ein besonderes Wandererlebnis bietet auch zwischen den beiden Prädikatswanderwegen Rheinsteig und Westerwaldsteig der Klosterweg. Gelegen auf einer Strecke zwischen Rengsdorf und Waldbreitbach bietet dieser Weg auf einer Strecke von insgesamt 17 Kilometern nicht nur herrliche Pano­rama-Ausblicke ins Rheintal und in die Eifel, er führt durch idyllische Bach- und Wiesentäler, über grüne Hügel und durch schattige Wälder. Insgesamt sechs Kirchen, Kapellen und Klöster laden auf diesem Pfad zur inneren Einkehr und zum Kräftesammeln ein.

Gewässerlehrpfad und Baumelbänke

Los geht es in Rengsdorf an der St. Kastor Kapelle, vorbei an der Kuranlage Rosenberg und dem Naturdenkmal Römergraben. Im romantischen Laubachtal darf der Wanderer einmal die Augen schließen und dem sanften Plätschern des Laubaches lauschen. Urlauber und Wanderfreunde erwartet hier ein rund 3,5 Kilometer langer Gewässerlehrpfad mit viel Wissenswertem rund um den Laubach.

Dann geht es weiter in Richtung Kurtscheid, dem höchsten Punkt des Wanderweges. Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf das Wiedtal und das Siebengebirge. Auf sogenannten „Baumelbänken“ kann man diese Aussicht genießen und ganz so, wie ein Kind, auf den erhöhten Sitzgelegenheiten die Beine baumeln lassen.

Wer ein wenig mehr Ruhe sucht, dem stehen die Pforten der „Heilige Schutzengel“ – Kirche offen. Dieses Gotteshaus zieht nicht nur mit dem Dorfbrunnen und dem historischen Taufbecken die Aufmerksamkeit auf sich, auch die einzigartigen Kirchenfenster und die Darstellung der Erzengel und der Schöpfungsgeschichte sind von besonderer Schönheit.

Von rund 400 Höhenmetern geht es nun hinab ins Fockenbachtal, hier scheint in den kleinen Ortschaften rechts und links entlang des Weges die Zeit stehen geblieben zu sein. Immer wieder laden idyllische Fleckchen zum Verweilen ein und nur das Rauschen des Windes in den grünen Blätterdächern und das Zwitschern der Vögel unterbricht die erholsame Stille.

Unterwegs auf Mutter Rosas Spuren

Wer möchte, der kann auf den Spuren der Mutter Rosa wandeln. Eine kleine Gedenkstätte in der Nähe von Niederbreitbach erinnert an die Gründerin der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen, die im Mai 2008 selig gesprochen wurde. Waldbreitbach ist das Ziel des Klosterweges. Hier leben und wirken die Franziskanerinnen seit 1863. Auf der Klosterberg-Terrasse des St. Marienhaus wird man mit einem weiten Blick ins Wiedtal für die Strapazen des Weges belohnt.

 

 

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