Evmorfia Dalampira-Pfaffenrot wurde Tagesmutter


Plötzlich passten Kind und Karriere nicht zusammen

2011 hat Wahl-Windhagenerin Evmorfia Dalampira-Pfaffenrot sich als Tagesmutter selbständig gemacht. Derzeit betreut die gelernte Hotelfachfrau unter der Woche fünf Kleinkinder und ermöglicht so fünf Familien, die keinen geeigneten Kitaplatz bekommen haben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Evmorfia Dalampira-Pfaffenrot mit Tageskind Nevio
Bild: privat

Als vor neun Jahren ihre Elternzeit endete, musste die Griechin selbst die Erfahrung machen, dass sich ihr Beruf als Rezeptionistin nicht mit dem Familienleben vereinbaren ließ. Durch Zufall erfuhr die 39-Jährige damals, dass der Sportpark Windhagen jemanden für die Kinderbetreuung suchte. Auch weil sie ihre zweijährige Tochter mitnehmen konnte, nahm sie den Job an.

Direkt nach dem ersten Arbeitstag kontaktierte sie das Kreisjugendamt Neuwied, um sich darüber zu informieren, was es bei der Betreuung fremder Kinder zu beachten gibt. Dabei erfuhr sie vom Qualifizierungskurs Kindertagespflege und der Tätigkeit als Tagesmutter. Nach einem persönlichen Gespräch im Kreisjugendamt, hospitierte sie einen Tag bei einer Tagesmutter und begann dann den Kurs.

Da sie anfangs nur drei Kinder betreuen durfte, von denen eines auch nur an zwei Tagen da war, konnte Dalampira-Pfaffenrot an drei Tagen mit den zwei Tageskindern noch die Kinderbetreuung im Sportpark übernehmen. Bis heute springt sie dort ein, wenn Not am Mann ist und sie Kapazitäten frei hat.

Aktuell kümmert sie sich um einen Zweijährigen und vier Einjährige. In der Regel verbringen die Kleinkinder maximal acht Stunden zwischen 7 und 16 Uhr bei ihr. „Wenn mein Mann morgens das Haus verlässt, dann klappe ich die Turnmatte und das Pickler-Dreieck aus und die Kisten werden geöffnet. Wenn die Kinder weg sind, klappt alles wieder zusammen“, berichtet die Tagesmutter über das 40 Quadratmeter große Wohnzimmer in ihrem Haus.

Gegen halb neun wird gemeinsam gefrühstückt, später der Tag mit einem Lied begrüßt. Danach dürfen die Kinder frei spielen oder es geht nach draußen. Mittagessen kochen mit fünf Ein- bis Zweijährigen um sich herum sei nicht einfach, aber: „Mittlerweile habe ich eine gewisse Taktik und das klappt immer ganz gut.“

Was Dalampira-Pfaffenrot besonders mag, ist das soziale Miteinander der Kinder. Das Mitglied des Vereins „Tageskinder Nördliches Rheinland-Pfalz“ findet aber auch, dass die Kindertagespflege mehr Anerkennung verdient hätte und manche Dinge besser geregelt werden könnten. „Zum Beispiel würde ich mich freuen, wenn Großtagespflege auch außerhalb von Betrieben erlaubt werden würde. In NRW etwa darf man zu zweit bis zu neun Kinder betreuen.“

Dalampira-Pfaffenrot zufolge sollte eine Tagesmutter das Herz am richtigen Fleck haben und auf ihr Bauchgefühl hören können. Wer genaueres über die Tätigkeit als Tagesmutter erfahren möchte, informiert sich beim Fachdienst Kindertagespflege der Kreisverwaltung Neuwied (Telefon: 0 26 31/80 33 46). (eg)

 

 

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