Mensch ärgere dich nicht, Risiko & Co. fördern soziale Kompetenzen


Politische Spielchen durch und durch

Attackieren, bluffen, zocken, taktieren und aussitzen: viele Verhaltensweisen, die man Politikern häufig zum Vorwurf macht, entscheiden auch bei so manchen Gesellschaftsspielen über Sieg und Niederlage. Doch anders bei als bei den politischen Spielchen um Macht und Einfluss, fördern diese die Sozialkompetenz schon im frühen Kindesalter und machen schlau, werden beim Spielen doch Wahrnehmung, Konzentration, Gedächtnis, Kreativität sowie logisches Denkvermögen geschult.

Beste Beispiele dafür sind das Königsspiel Schach und der Spieleklassiker „Mensch ärgere dich nicht“. Seit über 100 Jahren sorgt er heute immer noch für lustige und bisweilen auch aufregende Spielrunden in der Familie. Pünktlich zur Bundestagswahl bringt Hersteller Schmidt-Spiele die Sonder-Edition „Politiker ärgere dich nicht“ auf den Markt. Hier ist jedes politische Szenario möglich: Christian Lindner (FDP) schmeißt Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/ Die Grünen) kurz vor dem Ziel raus und Martin Schulz (SPD) überholt Angela Merkel (CDU) im Endspurt.

Ob Hersteller Hasbro die aktuelle politische Großwetterlage zum Anlass genommen hat, seine Sonder-Edition des Klassikers „Risiko“ „Risiko Europa“ zu taufen, mag dahingestellt sein. Fakt ist, dass die  Spieler in die Zeit verfeindeter Königreiche entführt und aufgefordert werden, in die Rolle eines Herrschers zu schlüpfen, um Europa zu erobern. Dabei steht nicht das Würfeln im Vordergrund.

Beim Detektiv-Kultspiel „Scotland Yard, Tatort London“ indes geht es nicht um den Brexit, sondern um die Jagd auf den geheimnisvollen Mister X. Bei der spannenden Verfolgungsjagd mit Taxi, Bus oder U-Bahn von Ravensburger ist der ominöse Agent für die Detektive unsichtbar – einziger Anhaltspunkt: sind seine Fahrscheine.

Taktisches und strategisches Denken sind auch bei „Qwirkle“ von Schmidt-Spiele gefragt. Beim Anlegen der 108 großen Holzsteine müssen sich bei gleicher Farbe die Formen unterscheiden oder bei gleicher Form die Farben. Dabei gilt es, möglichst viele Punkte abzustauben. Aber Vorsicht, denn die Mitspieler sitzen nicht untätig herum.

Beim frechen Kartenspieler „Mogel Motte“ des gleichen Herstellers ist wiederum cleveres Ablegen und geschicktes Schummeln angesagt, um als Erster seine Karten loszuwerden. Eigentlich ganz einfach, gäbe es da nicht die Wächter-Wanze …

Dass sich Bundesminister beziehungsweise Europa-Abgeordnete regelmäßig in dem Würfel-Wörter-Spiel„Letra Mix“ (Schmidt Spiele) oder dem Party-Spaß „Klartext“ (Hasbro) üben, wird zwar nicht bestätigt, doch Wortschöpfungen wie „postfaktisch“, „Substanzrevolution der Digitalisierung“ oder „ Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung“ in Österreich lassen dies vermuten.

Während bei „Letra Mix“ im Kampf gegen die Sanduhr wie beim Kreuzworträtsel aus den Würfeln Wörter gebildet werden müssen, verhindert bei „Klartext“ ein Mundstück, die „Maulsperre“, dass die vorgegebenen Sätze so aus dem Mund herauskommen wie beabsichtigt. Hier kommt es darauf an, trotzdem den Sinn zu erkennen.

Beim Lüge-Betrüge-Schätzmal-Spiel „Bluff“ von Ravensburg hingegen wird schon seit Jahren gewürfelt, geboten und gelogen, dass sich die Balken biegen. Das einfache Spielprinzip und die eingängigen Regeln garantieren jede Menge Nervenkitzel.

Bild 022

Ein ideales Spiel für Jung und Alt – unterhaltsam, witzig, lehrreich und immer wieder spannend – ist last but not least „Deutschland – Finden Sie Minden“ (Kosmos-Verlag). Bei der lustigen Suche nach deutschen Städten können auch Alleswisser und Wahlkämpfer scheitern, da nicht nur das Wissen zählt, sondern man auch einschätzen muss, wie viel Risiko man eingehen möchte.

Wer sich auf spielerische Art und Weise politisch „engagieren“ will: die hier genannten Spiele gehören zum Sortiment der Spielwaren-Abteilungen der Vorteil-Center in Asbach und Unkel.

Bilder: Hersteller

 

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.