Live aus der Met: Cine 5 überträgt am 29. Februar Händels „Agrippina“

 

Politthriller aus der Antike

Es gibt nicht viele Komponisten, denen schon zu Lebzeiten ein Denkmal errichtet wurde. Georg Friedrich Händel gehörte jedoch dazu. Aus Anlass seines 335. Geburtstages überträgt das Cine 5 in Asbach im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“ am 29. Februar ab 19 Uhr seinen italienisch gesungenen Politikthriller „Agrippina“.

Packende „Kombination aus Erotik und Macht“: Händels Agrippina
Bild: Met/ Ken Howard

Die Musik-Geschichte von Intrigen und Ungehörigkeiten im antiken Rom wird erstmals an der Met aufgeführt – mit der Mezzosopranistin Joyce DiDonato als machthungrige Agrippina und Harry Bicket als Dirigent. Sir David McVicars Inszenierung rahmt die Handlung dieser schwarzen Komödie über den Machtmissbrauch auf geniale Weise auf die Gegenwart zurück, wo sie lautstark nachhallen sollte.

Mit „Agrippina“ erhielt der junge Händel 1707/08 seine große Chance, sich in Italien als Opernkomponist zu profilieren. Der Auftrag kam vom renommierten Teatro San Giovanni Crisostomo in Venedig. Die Venezianer waren in musikalischen Dingen sehr anspruchsvoll, doch Händel gelang es, auf der Basis des witzigen Librettos über Machtgier und sexuelle Begehrlichkeiten im Alten Rom eine geistvolle, packend unterhaltsame Oper zu fertigen – mit reicher Instrumentation und vielfältigen musikalischen Formen zeigt er seine kompositorische Virtuosität.

In Händels sechster Oper scheint zunächst alles klar zu sein auf der Bühne der Macht: Der römische Kaiser Claudius soll auf der Rückreise von seinem Feldzug gegen Britannien ertrunken sein. Damit sieht seine Frau Agrippina den Moment für Nerone, ihren Sohn aus erster Ehe, gekommen, den Thron zu besteigen. Doch dann folgen atemberaubende Wendepunkte und Winkelzüge rund um den vakanten Thron.

Regisseur Sir David McVicar bringt Händels Meisterwerk auf den Punkt: „Diese Oper zeigt das, was die besten Opern ausmacht: Eine Kombination aus Erotik und Macht.“ (imr)