Kohle, Gas oder Elektro, die Geister scheiden sich nicht nur hier


Reine Geschmackssache

Ein Grill ist laut Duden ein „Gerät zum Rösten von Fleisch, Geflügel, Fisch o. Ä. auf einem Rost“. Das „o. Ä.“ hat in den letzten Jahren allerdings immer mehr an Bedeutung gewonnen, denn es kommt vermehrt vegetarisch/veganes Grillgut auf eben diesen Rost. Neben Gemüse und Kartoffeln können dies etwa Soja oder Tofu sein. Und dann stellt sich noch die Glaubensfrage, ob ein Kohle-, Gas- oder Elektrogrill zum Einsatz kommt.

Die große Vielfalt: Beim Grillen kommen längst nicht mehr nur Würstchen auf den Tisch.
Bild: Fotolia/beats_

Bis vor einigen Jahren war das sommerliche Grillen eine simple Angelegenheit. Sowohl der Aufbau als auch der Grillvorgang schienen – sagen wir – alternativlos zu sein. Unten lag meist Holzkohle, darüber der Grillrost und darauf in der Regel Würstchen, Rippchen und Steaks. Wenn das Grillgut etwas angekokelt war, hat man es abgekratzt.

Im Zuge eines gestiegenen Gesundheitsbewusstseins wurden vielerorts Aluminiumschalen auf den Rost gelegt, um das Grillgut vor Schadstoffen zu schützen, die sich bilden können, wenn Fett und Fleischsaft in die Glut tropfen. Ob das allerdings wirklich gesünder ist, wurde bald bezweifelt, denn laut Bundesinstitut für Risikobewertung sei „ein Übergang von Aluminium in das Grillgut zu erwarten.“ Zudem stellte sich im Zusammenhang mit dem ebenfalls gestiegenen Umweltbewusstsein die Frage, ob man tatsächlich noch mehr Müll produzieren soll.

Raffinierte Rezepturen

Grillen ist heute zu einer mit hohem Aufwand und teils großer Ernsthaftigkeit verbundenen Freizeitbeschäftigung geworden. Statt des ebenso schlichten wie preisgünstigen Drei­bein-Schwenkgrills greifen viele Konsumenten zu teuren Gasgrills, für die sie mehrere hundert Euro bereit sind zu zahlen.

Die Abkehr von der Einfachheit des Grillens hin zur Komplexität bezieht sich ebenso auf das Grillgut. Statt Würstchen brutzeln beispielsweise Fisch, T-Bone-Steaks oder Pulled Pork auf dem Grill. Letzteres wird stundenlang im Rauch eines holzkohlebefeuerten Barbecue-Smokers gegart. Das Fleisch wird so zart, dass man kleine Stücke abziehen (pull) kann.

Zwar erfreut sich das Grillen mit Kohle oder Briketts weiterhin größter Beliebtheit – das Feuer mit seinen Funken und seinem Rauch entfacht nun einmal archaische Gefühle. Aber auch Gas- oder Elektrogrills haben ihre Daseinsberechtigung: Es geht schneller und die Geruchsbildung – und damit die potentielle Belästigung der Nachbarn – ist geringer.

Während es bei Briketts bis zu 30 Minuten dauern kann, bis sie eine ausreichend starke Hitze abstrahlen (graue Ascheschicht), ist der Anzündprozess beim Grillen mit Gas sehr einfach: Gasflasche aufdrehen, Regler auf Maximum, zünden. Nach wenigen Minuten ist die richtige Temperatur erreicht. Wird es zu heiß, reduziert man die Gaszufuhr.

Einen besonders einfachen Grillvorgang bieten Elektrogrills. Wenn eine Steckdose in der Nähe ist – zur Not nimmt man ein Verlängerungskabel – kann man umgehend starten. Allerdings können Elektrogrills trotz Thermostat im Gegensatz zu Gasgrills eine feste Temperatur meist nicht über mehrere Stunden halten.

Zusammenfassend ist festzuhalten: Die „beste“ Grillart gibt es nicht. Unabhängig davon, ob Fleisch, vegetarisches oder veganes Grillgut auf den Rost kommt – jedes der drei Systeme Kohle-, Gas- oder Elektrogrill hat Vor- und Nachteile. Entscheidend ist wohl, welcher Grill-Typ man ist: Puristen schwören auf den Kohlegrill, Gourmet-Griller schätzen den Komfort des Gasgrills – und wer es schnell und unkompliziert mag, der ist beim Elektrogrill richtig. (cm)

 

 

 

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