Unterwegs auf dem Jakobsweg

 

Reisen mit Heiligenschein oder Gruselfaktor

Passend zu Halloween und Allerheiligen hat sich die Redaktion auf die Suche nach Reisezielen mit Gruselfaktor und heilige Stätten weltweit gemacht. In Rom etwa erwartet den geneigten Besucher eine mit menschlichen Knochen ausgeschmückte Krypta. Nicht weit entfernt liegt der Vatikan, der Amtssitz des Papstes.

Piazza Retta

Heiliger geht es wohl kaum: Der Petersplatz im Vatikan zieht jedes Jahr unzählige Touristen an.
Bild: Fotolia/DeVIce

Die spanische Stadt Santiago de Compostela, eine der heiligen Städte der Christen, wird alljährlich von Millionen Menschen besucht. Viele von ihnen sind auf dem Jakobsweg gewandert. Die seit dem 9. Jahrhundert bestehende Pilgerroute verbindet die Hauptstadt Galiciens mit dem restlichen Europa. Durch seine Ausbreitung bietet der Jakobsweg viele Möglichkeiten, weiß Monika Kluge vom Thomas Cook Reisebüro in Unkel. So können Reisende unter anderem in Portugal, Spanien und Deutschland auf Jakobswegrouten unterwegs sein. Zielpunkt ist die Kathedrale von Santiago de Compostela mit der Grabstätte des Apostels Jakobus.

Beautiful Bran Castle from hilltop in Romania

Unheimlich unheilig: Das Castelul Bran in den Südkarpaten garantiert prickelnde Gänsehaut-Momente
Bild: Fotolia/Sergey Novikov

Nicht für einen Heiligen, sondern für Graf Dracula bekannt ist Rumänien. Tatsächlich lebte dort im 15. Jahrhundert der Graf Vlad Dracul. Noch heute kann man in der Region Transsylvanien/Siebenbürgen auf seinen Spuren wandeln. Das Dracula-Schloss schlechthin befindet sich in der Stadt Törzburg in den Südkarpaten. Das Castelul Bran beeindruckt mit seinen zahlreichen Türmen und Schießscharten.

Ob katholisch oder nicht, bei einer Rom-Reise sollte auf jeden Fall ein Besuch des Vatikans auf dem Programm stehen. Mit knapp 44 Hektar ist der Vatikan der kleinste unabhängige Staat auf der Welt. Für Besucher hält er trotzdem viel bereit, etwa den Petersdom, die Vatikanischen Museen und die berühmte Sixtinische Kapelle. Für viele Besucher ist es auch ein Traum, den Papst bei einem öffentlichen Auftritt einmal live zu sehen.

In Rom gibt es jedoch auch Orte mit Gruselpotenzial. Dazu gehört die Krypta der Kapuzinermönche in den unterirdischen Katakomben, deren Wände mit den Knochen von 4000 Kapuzinermönchen verziert sind. Auch in Paris gibt es Katakomben mit Gebeinen von mehr als sechs Millionen Menschen. Als Ende des 18. Jahrhunderts zahlreiche Friedhöfe schließen mussten, wurden die Gebeine in einigen Steinbrüchen beerdigt. Die in Mustern und Formationen aufgeschichteten Knochen und Schädel sind ein Geheimtipp unter den Pariser Sehenswürdigkeiten.

Auch Prag hält für Besucher, die sich gruseln wollen, etwas Ungewöhnliches bereit. In der Stadt Kutná Hora, die etwa 70 Kilometer südöstlich von der tschechischen Hauptstadt liegt, gibt es eine Knochenkirche (Kostnice). Der Innenraum der unteren Kapelle wurde von František Rint mit den Gebeinen von etwa 40000 Menschen ausgeschmückt. Von Kronleuchtern über Wappen bis hin zu meterhohen Pyramiden aus Schädeln und Oberschenkelknochen ist hier alles aus Menschenknochen. Auch wenn es nicht den Anschein hat, ist die Knochenkirche ein katholisches Gotteshaus.

Christen aus der ganzen Welt machen sich jedes Jahr auf den Weg nach Israel ins Heilige Land, um Orte wie Nazareth, Jerusalem und den See Genezareth zu besuchen. Aufgrund der aktuellen Lage im Land, rät Monika Kluge vom Thomas Cook Reisebüro in Unkel derzeit jedoch von einem Urlaub dort ab. „Es gibt immer noch Reisewarnungen“, sagt sie.

Nur für Muslime zugänglich ist übrigens die Heilige Stadt Mekka in Saudi-Arabien. Sie soll nicht durch Andersgläubige entweiht werden.