Die Residenz an der Autobahn

Ein Wegweiser an der Autobahn A3 lockt aus Frankfurt kommende Reisende zur Wiedischen Residenz. Gemeint ist die Stadt Dierdorf. Dort werden Touristen jedoch vergeblich nach der Residenz, nach einem Prunkbau oder Adelssitz Ausschau halten, denn es sind nur wenige Bauwerke aus der Zeit, in der Dierdorf fürstliche Residenzstadt war, erhalten geblieben.

Von Hermann-Joseph Löhr

Das 1701 gebaute Residenzschloss des Fürsten zu Wied-Runkel verlor um 1800 herum durch Napoleons Politik seine Stellung als Adelssitz. Auch der Wiener Kongress 1815 gab den Fürsten zu Wied ihre politische Eigenständigkeit nicht mehr zurück.

II.-Lithographie-Dierdorf-Johanniter-Hospital-Schloss-Ruine-Kaiser-und-Kriegerdenkmal In den Jahren 1870/71 diente das Schloss im französisch-deutschen Krieg noch als Lazarett, danach entwickelte es sich mehr und mehr zur Ruine und wurde schließlich 1902 gesprengt. in Teil der Steine wurde für Bau einer evangelischen Kirche wieder verwendet. Nur ein prächtig renoviertes neugotisches Mausoleum der Wiedischen Fürstenfamilie erinnert heute noch an die Zeit, als in Dierdorf das Stadtschloss prunkte und die Stadt Residenz einer Fürstenfamilie war.

Im Mittelalter stand in Dierdorf sogar eine Wasserburg der Isenburger Grafen. 1872 aber wurde in einem Großfeuer ein großer Teil der Stadt zerstört, sämtliche Häuser am Marktplatz und das Rathaus wurden Opfer der Flammen. Weitere erhebliche Schäden erlitt Dierdorf am 25. März 1945, als beim Kampf um die Brücke von Remagen amerikanische Flugzeuge den Ort bombardierten.

Aus der Fürstenzeit geblieben ist jedoch ein idyllisches Kleinod: Dierdorfs attraktiver und gut- gepflegter Schlosspark. Zumindest in Teilen – seine ursprüngliche Größe wurde im 19. Jahrhundert durch den Bau einer Landesstraße und einer Eisenbahnlinie reduziert.

 

 

 

 

 

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