Marken des Alltags: Puma

 

Rudidas und Ruda klangen nicht gut genug

Da „Rudidas“ nicht annähernd so gut klingt wie „Adidas“, tat sich Rudolf Dassler, genannt Rudi, etwas schwerer als sein Bruder Adolf, genannt Adi, einen griffigen Markennamen für seine Sportschuhe zu finden. Er hatte zunächst das Kürzel Ruda (Rudolf Dassler) vorgesehen. Da dies aber auch nicht besonders gut klang, wurde jeweils der erste Buchstabe des Vor- bzw. Nachnamens verändert: Mit der Wortmarke Puma verwies man zudem auf die Dynamik des gleichnamigen amerikanischen Berglöwen.

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Marco Reus und seine Mitspieler beim BVB werben heute für den Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach.
Bild: Puma

Im Jahre 1924 war die „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ im fränkischen Herzogenaurach gegründet worden. Bereits bei den Olympischen Sommerspielen in Amsterdam 1928 trat die Mehrzahl der deutschen Athleten in den Spikes des Herstellers an. 1936 folgte der internationale Durchbruch: Der legendäre Jesse Owens gewann bei Olympia in Berlin vier Goldmedaillen in Dassler-Schuhen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trennten sich die Wege der Brüder, wobei wohlgemerkt beide neuen Firmen in Herzogenaurach angesiedelt wurden: Rudolf Dassler gründete am 12. März 1948 die „Puma Schuhfabrik Rudolf Dassler“ und Adolf Dassler am 18. August 1949 die „Adolf Dassler adidas Sportschuhfabrik“. Das Betriebsvermögen des vormaligen Gemeinschaftsunternehmens war unter den Brüdern, die fortan Konkurrenten waren, aufgeteilt worden.

Noch im Gründungsjahr kam Pumas erster Fußballschuh unter dem Namen „Atom“ auf den Markt. Im ersten Nachkriegs-Fußballspiel der Deutschen Nationalelf trugen 1950 mehrere DFB-Spieler im Duell gegen die Schweiz Puma-Schuhe, darunter auch Herbert Burdenski, der Torschütze des Treffers zum 1:0-Sieg.

Zu dieser Zeit hatte Rudolf Dassler bereits mit der Entwicklung eines Fußballschuhs mit Schraubstollen begonnen und 1952 zur Serienreife gebracht: Mit der Einführung des „Super Atom“ wurde der Grundstein für die künftige internationale Bedeutung des Herstellers gelegt. Als Nachfolgemodell stellte man im Jahr darauf „Brasil“ vor, den im Mai 1954 ein Großteil der Meister-Mannschaft von Hannover 96 beim Sieg gegen den hoch favorisierten 1. FC Kaiserslautern trug. Auch in der Leichtathletik verzeichnete die Marke weitere Erfolge: 1954 lief Heinz Fütterer die 100 Meter-Sprintstrecke in Puma-Schuhen in handgestoppten 10,2 Sekunden und stellte damit den Weltrekord von Jesse Owens ein.

Nachdem man 1957 ein erstes Wort-Bild-Logo hatte entwerfen lassen, wurde im Jahr darauf der sogenannte „Formstreifen“ als Warenzeichen eingetragen. Der zunächst aus Leder gefertigte Streifen diente ursprünglich zur seitlichen Stabilisierung des Schuhs, wurde aber bald zum weltbekannten Erkennungszeichen der Marke. Bei der Fußball-WM in Schweden folgte noch im selben Jahr die gelungene Premiere des neuen Logos auf der Weltbühne: Weltmeister Brasilien holte den Titel in Puma-Schuhen.

Der legendäre Armin Hary setzte 1960 in der Leichtathletik die Erfolgsgeschichte der Marke fort und gewann bei den Olympischen Spielen in Rom Gold über 100 Meter. Bei der Fußball-WM 1962 in Chile wird Pelé in Puma-Schuhen zum zweiten Mal hintereinander mit Brasilien Weltmeister und zudem als „Bester Spieler des Turniers“ ausgezeichnet. Beides gelingt dem Ausnahmefußballer 1970 in Mexiko noch ein weiteres Mal – erneut in Puma-Schuhen.

Heute ist Puma neben Nike und Adidas einer der weltweit größten Sportartikelhersteller und hat viele international bekannte Stars wie Usain Bolt, Mario Balotelli und Marco Reus unter Vertrag.

 

 

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