Marken des Alltags: Penaten


Seit 110 Jahren Pflege für die ganze Familie

Die Penaten-Dose kennt hierzulande fast jeder. Ihr Erscheinungsbild hat sich in über 110 Jahren kaum verändert: Während die stilisierte Sonne in Form eines gelben Kreises für den Beginn eines neuen Lebens steht, symbolisiert der Schäfer den Hauptbestandteil der Creme – das Schafwollfett. Auch die Unterschrift ihres Erfinders ist bis heute erhalten geblieben. Sie soll für die hohe Qualität des traditionsreichen Produkts bürgen.

Die Penaten-Creme-Dose im Wandel der Zeit.

Dr. med. Max Riese, dessen Drogerie bis dato in Köln ansässig gewesen war, zog im Jahre 1898 mit seiner Familie nach Rhöndorf, in eine kurz zuvor erbaute Villa unter der damaligen Anschrift „Am Sperrbaum Nr. 5“. Hier führte Riese seine Drogerie weiter und tüftelte in einem Hinterzimmer des Hauses an einer Creme, die empfindliche Babyhaut vor dem Wundwerden schützen, entzündungshemmend wirken und den Heilungsprozess fördern sollte.

Am 17. September 1904 meldete Riese das „Hautkonservierungsmittel Penaten Crème“ beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Bedingt durch die steigende Nachfrage gründete er 1908 etwa 800 Meter von seinem Wohnhaus entfernt an der Rhöndorfer Straße die Firma „Penaten, Fabrik Pharm. Spezialitäten“. Hatte man die Creme-Dosen bis dahin noch mit Spatel per Hand befüllt, so gab es fortan eine automatisierte Produktion von 10.000 Dosen im Monat.

Da diese Produktionsmenge in den folgenden Jahren nicht mehr ausreichte, um die Nachfrage zu befriedigen, baute Riese sein Werk weiter aus und verkaufte im Jahr 1929 bereits 436.000 Creme-Töpfchen. 1935 überschritt man mit 1.143.000 Stück die Millionenschwelle, zu Kriegsbeginn 1939 wurden bereits mehr als sechs Millionen Dosen Penaten-Creme produziert.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, deren Bedeutung seit Anfang der 30er Jahre in Deutschland verstärkt eingesetzt wurde, hatte Penaten 1935 in Zusammenarbeit mit einer Kinderpflegestation einen Film zum Thema „Richtiger Wundschutz“ produziert. Darin wurde Müttern erklärt, warum die Pflege des Windelbereichs so wichtig ist.

Nachdem es lange Zeit so ausgesehen hatte, als würde die Fabrik von den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs verschont werden, wurde das Penaten-Werk zwei Tage vor Kriegsende doch noch zerstört. Rieses Söhne Max und Alfred verteilten die Produktion zunächst auf mehrere Standorte, sodass die Creme schon im August 1945 wieder hergestellt werden konnte. Anfang der 50er Jahre bauten sie eine neue, größere Fabrik, die 1954 bezogen wurde.

Nachdem der Klassiker Penaten-Creme inzwischen durch weitere Produkte wie Puder, Kinder-Öl und Seife ergänzt worden war, erfand Alfred Riese 1961 eine Creme speziell für Kleinkinder, die erstmals völlig frei von Konservierungsstoffen war. Er nannte sie bebe, abgeleitet von der französischen Bezeichnung für Baby – „bébé“. In den folgenden Jahren entwickelte sich daraus eine Dachmarke, die heute neben der bebe Zartpflege für Kleinkinder auch umfangreiche Pflegeserien für Mädchen und Frauen umfasst.

Bilder: Johnson & Johnson GmbH

Zwei Jahre nachdem Penaten sein 80-jähriges Jubiläum gefeiert hatte, wurde das Unternehmen 1986 vom US-amerikanischen Konzern Johnson & Johnson übernommen, der die Produktion Ende 2000 von Rhöndorf schließlich nach Italien und Frankreich verlagerte.
Der Name Penaten geht übrigens auf eine Idee von Rieses Ehefrau Elisabeth zurück, die sich für römische Geschichte interessierte: Penaten sind in der römischen Mythologie Schutzgötter, die für das häusliche Glück und das Wohlergehen von Familie und insbesondere Kleinkindern verantwortlich sind.  (cm)

 

 

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