Tipps der DLRG


Sicheres Badevergnügen

Der Sprung ins kühle Nass ist an heißen Sommertagen überaus beliebt – ob im Freibad, im Badesee oder im Meer. Die RWN-Redaktion sprach mit Uli Medenbach, dem erfahrenen Leiter der DLRG-Ortsgruppe Bad Honnef-Unkel, über sicheres Schwimmen und Baden.

Baden sollte man nur in freigegebenen Gewässern, sagt DLRG-Ortsgruppenleiter Uli Medenbach (kleines Bild).
Bilder: Free-Photos, privat

Was gibt es beim Baden in fließenden Gewässern wie dem Rhein zu beachten?

Medenbach: Es ist grundsätzlich nicht verboten im Rhein zu schwimmen, aber man sollte wirklich nur an ausgewiesenen Badeplätzen ins Wasser gehen. Ganz besondere Vorsicht ist bei kleinen Kindern geboten. Kommt ein Schiff vorbei und zieht das Wasser weg, dann wird der Kiesboden frei, die Kinder laufen hinterher und dann kommt die Schleppwelle von dem Schiff von hinten ran und spült die Kinder mit weg. Das passiert leider Gottes jedes Jahr. Sogar Erwachsenen zieht es die Füße weg.

 

Und wie schaut es bei stehenden Gewässern, zum Beispiel bei Seen, aus?

Medenbach: Seen in Europa sind im Sommer oft an der Oberfläche sehr schön warm, aber taucht man dann auf eine Tiefe von zwei oder drei Metern ab, werden diese Gewässer empfindlich kalt. Für Menschen, die damit Probleme oder vielleicht eine Herzkreislauf-Erkrankung haben, ist das lebensgefährlich.

Dazu kommen Schlingpflanzen im Gewässer oder anderer Pflanzenbewuchs sowie Müll und Unrat, woran man sich auch verletzen kann. Unbewachte Badestrände und Badeseen sollte man grundsätzlich meiden.

 

Was fällt Ihnen zu Freibädern ein?

Medenbach: Auch hier sollte man beim Baden mit kleinen Kindern wirklich nur im flachen Bereich bleiben und sie immer beobachten. Gerade bei ganz kleinen Kindern ist es durchaus möglich, dass sie, wenn sie mit dem Gesicht aufs Wasser fallen, nicht mehr auf die Füße kommen, um Luft zu holen.

Kinder mit Schwimmreifen dürfen gar nicht in die Schwimmbecken rein, weil man davon ausgeht, dass sie gar nicht richtig schwimmen können. Wenn die Schwimmreifen zu eng sind, kippen die Kinder um, zappeln mit den Beinen in der Luft und sind nicht mehr in der Lage den Schwimmreifen umzudrehen.

In die größeren Becken sollte man nur Kinder lassen, die auch schon ihre Schwimmabzeichen absolviert haben.

 

In der Urlaubszeit fahren viele Leute ans Meer. Was gibt es hier zu beachten?

Medenbach: Speziell an der Nordsee gibt es die Gezeiten Ebbe und Flut, die gerade im deutschen Bereich kilometerweit das Wasser wegziehen und wo man sich bei Wattwanderungen durchaus verirren kann. Hinzu kommen Strömungen, die das Wasser auch hat.

 

Ganz grundsätzlich: Gibt es Dinge, die man vor dem Schwimmen tun beziehungsweise lassen sollte?

Medenbach: Wenn man das Beispiel Schwimmbad nimmt, auf jeden Fall vernünftig duschen vorher, damit nicht so viel Chemie ins Wasser muss. Wichtig ist es auch, den eigenen Gesundheitszustand einzuschätzen, sich zu fragen: „Fühl ich mich heute wohl?“.

Nach dem Essen sollte man eine Stunde warten, weil der Körper dann mit der Verdauung beschäftigt ist und sein ganzes Blut im zentralen Bereich braucht, um die Nahrung verdauen zu können. Alkohol sollte auch nicht getrunken werden vor oder während des Schwimmens, weil er enthemmt und einen vielleicht auch zur Überschätzung der eigenen Kräfte bringen kann.

 

Sie möchten abschließend noch auf etwas hinweisen …

Medenbach: Wir von der DLRG versuchen immer wieder durch Petitionen, die wir beim Landtag einreichen, auf die Schwimmbadschließungen hinzuweisen. Das ist etwas, gegen das wir uns absolut sträuben, denn wo sollen die Kinder sonst noch schwimmen lernen?

 

 

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