Nur noch Geschichte: Die Skipiste in Hausen


Skivergnügen am Malberg

Heute erinnert auf dem Malberg bei Hausen nur noch eine Stütze der ehemaligen Skiliftanlage daran, dass hier früher die einzige Skipiste für alpinen Abfahrtslauf im vorderen Westerwald existierte.

Bis zu 1000 Wintersportbegeisterte in der Stunde konnte der 1964 eröffnete Skilift auf den Malberg transportieren.
Repro: H. W. Lamberz

Erbaut worden war die Skiliftanlage im Herbst 1964 von der österreichischen Firma Doppelmayr im Auftrag des damaligen Amts Neuerburg. Maximal 1000 Personen konnte der Schlepplift pro Stunde auf den Malberg befördern. Betreiber war der Verein Skipiste Malberg, dem der Skiclub Monrepos sowie die Gemeinden Waldbreitbach, Niederbreitbach, Roßbach und Hausen angehörten. Bei der Eröffnung am 26. Dezember 1964 war sogar Willi Bogner junior, der in den 60er Jahren zu den besten deutschen Ski-Rennfahrern gehörte, mit von der Partie.

Mit nördlicher Ausrichtung, einer Gesamtlänge von rund 470 Meter und einer Höhendifferenz von rund 110 Meter war die Skipiste der längste Abfahrtshang in der weiteren Umgebung. „Auf der Strecke ist auch die Nordische Kombination gefahren worden, weil die Schwierigkeitsgrade so waren, dass man diesen Wettbewerb da oben austragen konnte“, erinnert sich Hausens Ortsbürgermeister Karl-Josef Hühner.

Eine Neuheit für die Re­gion war auch die aus Amerika stammende Kunstschneeanlage. Mit dem Wasser des benachbarten Malbergsees und zwei leistungsstarken Luftkompressoren in der Bergstation konnte man über ein Rohr- und anschließbares Schneekanonensystem bei Bedarf Kunstschnee produzieren. Für die erste Beschneiung waren 15.000 Kubikmeter Wasser erforderlich. Jede der insgesamt sieben Schneekanonen konnte pro Minute 70 Kubikmeter Wasser in Schnee verwandeln. Aufgrund ihrer Ineffizienz wurde die Kunstschneeanlage allerdings bereits Mitte der 70er Jahre verkauft und demontiert. So musste fortan auf natürlichen Schnee gehofft werden.

„Die ersten Jahre waren ganz gut“, so Hühner. „Dann hat uns der liebe Petrus dazwischen gefunkt. Mit der Wetterlage war nichts mehr möglich.“ Zudem musste für den Skibetrieb die Kreisstraße 3 gesperrt werden. „Es gab eine Umleitung im Wald, die fahrbar war, aber nicht mehr in dem Zustand, wie die Bürger das gerne gehabt hätten“, weiß der Bürgermeister. „Und die Nutzung der Skipiste ging auch zurück. Die Zeit hat sich ja auch geändert. Früher gingen die Schulkinder nach der Schule noch Ski fahren. Das war nicht mehr.“

So kam es schließlich, dass der Verein Skipiste Malberg am 22. September 2011 aufgelöst und die Liftanlage 2012 fast komplett demontiert wurde. „Oben haben wir einen Bügel, unter dem der Lift drunter herlief, stehengelassen, damit man weiß, was da früher war“, so Karl-Josef Hühner. Wenn es ausreichend geschneit hat, nutzen die Kinder den Hang aber auch heute noch zum Schlittenfahren. Zudem hat Hühner beobachtet, dass bei entsprechender Witterung Leute mit Langlaufskiern auf dem Plateau unterwegs sind.

Die der Bergstation zugehörige Ski-Hütte wurde bis März 2007 als Ski-, Ausflugs- und Wanderlokal geführt, dann jedoch aufgrund ihres maroden Zustandes abgerissen und durch einen Neubau, die heutige Malberg-Hütte, ersetzt. (eg)

 

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