Gespür bei der Geschenkewahl

 

So wird es eine schöne Bescherung

Denken beim Schenken. Weihnachten naht und damit auch die Zeit des Aussuchens von Geschenken – für manche ist dies pures Vergnügen, für andere eine Qual. Denn: Was ist bloß das richtige Geschenk?

Der Moment der Wahrheit
Bild: Freepik

Geschenke seien „ein Ausdruck der Wertschätzung. Bei der Auswahl sollte daher stets im Vordergrund stehen, dass der Beschenkte dies auch als eine solche wahrnimmt“, stellt der „Arbeitskreis Umgangsformen International AUI“ die Maxime für eine schöne Bescherung heraus. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das auf den letzten Drücker besorgte Irgendwas dem Sinn des Schenkens kaum gerecht werde: Ein Geschenk solle schließlich mit Blick auf deren Wünsche und Geschmack ausgesucht werden und dazu dienen „Freude zu bereiten sowie die persönliche Bindung zu unterstreichen und zu festigen.“

Wer am Fest der Feste nicht ins Fettnäpfchen treten möchte, sollte – sofern nicht explizit gewünscht – bei Frauen definitiv die Finger von Anti-Aging-Cremes, Diätpillen, bodyformender Unterwäsche, Küchenutensilien sowie einführenden Kochkursen und Kuscheltieren lassen. Bei Männern ist von Socken, Unterhosen, Krawatten aber auch Bohrmaschinen, Rasierapparaten und Kuschel-Rock-CDs abzusehen. Auf der sicheren Seite sei man laut AUI hingegen, wenn man den Beschenkten im Kopf behält: „Das Geschenk muss zum Empfänger passen, nicht zum Schenkenden.“ Wer selbst edlen Schmuck liebe, könne damit noch lange niemanden beglücken, der quietschbunten Kitsch bevorzuge.

Im Geschäftsleben sind Sekretärinnen und Mitarbeiter gute Anlaufstellen, um über Vorlieben und Hobbys Erkundigungen einzuziehen. Dies sei laut AUI weder stillos noch unhöflich. Bei Beschäftigten in Behörden und Unternehmen heißt es aber auch, die oft strengen Annahmebestimmungen zu beachten. Sonst kann eine gut gemeinte Idee schnell als Bestechungsversuch gewertet werden.

Im Freundeskreis wiederum sollte man bedenken, dass manche Geschenke für weniger begüterte Menschen zum Problem werden können, wenn sie hohe Folgekosten bedingen, wie etwa ein Hotelaufenthalt bei eigener Anreise. „Weihnachtsgeschenke sollten nicht beschämen“, raten die Geschenke-Profis auch davon ab, jemandem, der selbst wenig Geld hat, etwas besonders Kostbares zu schenken. Die Gefahr sei groß, dass der Beschenkte sich eher schlecht fühle, „weil er ein solches Geschenk niemals erwidern kann.“

Auch bei Geldgeschenken und Gutscheinen kann Freude schnell in Frust umschlagen, wenn ein paar Scheinchen in Trinkgeld-Manier in die Hand gedrückt oder in einem schlichten Umschlag überreicht werden. Hier rät der Arbeitskreis zu einer liebevollen Verpackung.

Was im Zweifel immer geht sind neutrale Geschenke wie Bücher, edle Schreibutensilien, Deko-Utensilien oder ein Abo der Lieblingszeitschrift. Einen Tipp fürs nächste Jahr haben die Geschenke-Profis auch: Wer über das Jahr geäußerte Wünsche in einer Geschenkekartei festhält, kommt beim Weihnachtseinkauf im Dezember kaum mehr ins Schwitzen. (imr)