Spieleerfinder aus Hennef landete Volltreffer

Klaus-Jürgen Wrede aus Hennef ist Spieleerfinder. Spielend leicht ist sein Job trotzdem nicht, auch wenn gleich sein erstes Spiel den ganz großen Erfolg brachte.

Erfolgreicher Spieleerfinder und sein größter Erfolg: Das historische Vergnügen erlebte schon verschiedene Ergänzungen und Neuauflagen.
Bild: Privat

Kreativ war der gebürtige Sauerländer schon immer. In seiner Kindheit und Jugend lernte Klaus-Jürgen Wrede Klavier und Cello spielen und begann recht früh mit eigenen Kompositionen. Während er an der Musikhochschule und der Universität Köln studierte, erfasste ihn dann jedoch die Leidenschaft fürs Spielen. „Irgendwann kamen dann auch eigene Ideen“, erzählt der 54-Jährige.

Im Jahre 2000 erschien sein Erstlingswerk auf dem Markt: das taktische Legespiel „Carcassonne“. Bis heute ist das „Spiel des Jahres 2001“, das weitere Auszeichnungen erhalten hat, Wredes bekanntestes Spiel. „Das ist schon ungewöhnlich. So ein erfolgreiches Spiel, das sich dann durchsetzt, gibt’s vielleicht nur einmal in zehn Jahren überhaupt“, weiß er. „Ich finde es toll, dass das so viele Leute mögen und dass sie immer nach Erweiterungen verlangen.“

Er selbst hatte anfangs gar nicht vor das Spiel zu erweitern, versuchte sich aufgrund der großen Nachfrage aber daran. „Und dann ging‘s immer so weiter“, erzählt der Lehrer, der bis 2009 an einem Kölner Gymnasium Musik und Religion unterrichtet hat. „Im Herbst kommt ‚Carcassonne – Safari‘ heraus, das spielt in Afrika mit Tieren.“ Bis heute sind zahlreiche Erweiterungen und eigenständige Carcassonne-Spiele entstanden, die allesamt auch in den Spielwarenabteilungen der Vorteil-Center erhältlich sind.

Verschafft man sich einen Überblick über Wredes Spiele, fällt seine Vorliebe für historische Themen auf. Der Spieleerfinder kann aber auch anders: „Das letzte, was jetzt rausgekommen ist, ist was ganz Abstraktes. Das ist für Leute, die gerne sowas wie Rommé oder Uno spielen. ‚One to 9‘ heißt es. Zwischendurch mache ich auch mal Würfelspiele.“

Die Ideen für seine Spiele kommen dem kreativen Kopf, der 2015 auch ein Buch veröffentlicht hat, oft auf Reisen. „‚Carcassonne‘ ist eigentlich auch durch eine Reise entstanden. Damals habe ich für meinen Roman recherchiert und dachte: ‚Wow, das ist aber toll, diese Landschaft, diese Burgen und so, da müsste man ein Spiel draus machen‘“, so Wrede. Damals war er in Südfrankreich unterwegs. Zu „Carcassonne – Safari“ inspirierte ihn ein Aufenthalt in Afrika. „Dann kommen erste Ideen und dann passiert das meiste eigentlich im Kopf“, erklärt Wrede, der gerne in der Sauna arbeitet.

Emsiges Basteln und Testen

Im weiteren Verlauf muss dann aber auch viel gebastelt und getestet werden. Bei den ersten Fassungen testet Wrede noch alleine und schlüpft beim Spielen in verschiedene Rollen. „Da kriegt man schon ein bisschen ein Gefühl dafür. Mit Familie und Freunden ist es dann die nächste Stufe. Dann ändere ich oft noch Sachen“, so Wrede, der seit 2005 zwölf Kilometer entfernt von Hennef auf dem Land lebt. „Eigentlich gehe ich erst, wenn ich das Gefühl habe, dass es (fast) fertig ist, auch auf Spieleveranstaltungen, in Spielegruppen, zu Fantreffen, wo ich es dann vorstelle und frage: ‚Wie kommt‘s an? Was gefiel? Was gefiel nicht so?‘“

Um einmal zu dokumentieren, wie viel Arbeit in einem Spiel stecken kann, hat er bei seinem 2004 erschienenen Spiel „Der Untergang von Pompeji“ jede Fassung aufgeschrieben und durchnummeriert – am Ende waren es 270 Fassungen.

Obwohl das Erfinden von Spielen nun schon seit vielen Jahren sein „Job“ ist, ist seine Leidenschaft fürs Spielen nicht weniger geworden. „Ich lerne auch sehr gerne neue Spiele kennen“, so Wrede. Spiele von anderen spielt er sogar fast lieber als seine eigenen, „weil dann hat man direkt schönes fertiges Material“. (eg)

 

 

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