Einige Gemäuer konnten saniert werden – andere sind verschwunden


Stadttore erinnern an alte Zeiten

Das Stadttor von Jerusalem gibt es nur im Modellformat (als Teil der Krippe in der Kirche von Rheinbrohl) zu bewundern, aber in der RWN-Region gibt es zahlreiche Stadttore, die als historische Denkmäler an längst vergangene Zeiten erinnern.

Das Neutor in Linz ist mit seinen 25 Metern das höchste Gebäude der Bunten Stadt am Rhein.
Bild: Presseagentur Funk

Dass die Konservierung von Geschichte auch mit hohen Kosten verbunden sein kann, haben die Verantwortlichen der Stadt Linz unlängst erlebt: Die Sanierung des Neutors hat mehr als 600.000 Euro verschlungen. Im Jahre 1391 wurde das „nuwer porthe“ in Linz erstmals urkundlich erwähnt. Schon Jahre vorher begannen die Linzer übrigens, ihre Stadt mit einem kompletten Mauerring zu umgeben. Aktuell gibt es nun Überlegungen in der Bunten Stadt, die alte Stadtmauer zumindest teilweise wieder zu errichten, dann aber als rein touristische Attraktion.

Neben dem Neutor ist in Linz noch das Rheintor erhalten und erfüllt noch die Funktion, die (Touristen-)Ströme in die Innenstadt zu leiten. Aber auch im Rheintor sitzen nach Befürchtungen der Denkmalpfleger nicht mehr alle Steine fest. Ein Schutzdach wurde provisorisch errichtet, die Sanierung steht noch in den Sternen. Leetor und Grabentor hingegen fielen bereits der „Sanierungswut“ vergangener Jahre zum Opfer.

Führungen an Denkmaltagen

Ähnlich erging es so manchem Stadttor in der Region. Von den ehemals vier Wehrtürmen der Gemeinde Erpel ist nur noch das Neutor an der Kölner Straße erhalten geblieben. Das Stadttor von Erpel drohte vor Jahren auch zu verfallen. Ein eigenes Neutor-Team wurde gegründet und Heribert Siebertz erinnert sich gerne daran, wie die Initiative letztlich erfolgreich die Sanierung des Bruchsteinbaus geschafft hat. Zu bestimmten Denkmaltagen gibt es Führungen durch das Gemäuer. Interessenten können sich unter der Rufnummer 0 26 44/9 52 10 informieren.

Eulenturm, Uhrturm und Obertorturm sind die Einlasspunkte der historischen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert in Dierdorf. Zwei historische Tor-Türme stehen auch in Blankenberg (Hennef) und zeugen von den Zeiten einer kompletten Stadtbefestigung. Durch seine Lage erhält das Zolltor in Leutesdorf wohl weniger Aufmerksamkeit als die Tore in Linz. Schließlich wird der Rundbogen nur noch vom Anliegerverkehr in unmittelbarer Rhein-Nachbarschaft durchfahren. Auf dem Schlussstein in eben diesem Rundbogen weist die Jahreszahl 1572 auf das Alter des Bauwerks hin.

Vier Stadttore, so die Überlieferung, sorgten schon im zwölften Jahrhundert für den Zugang zur Stadt Siegburg. Die Stadtmauer wurde damals aus Wolsdorfer Tufbasalt errichtet. An der Privilegierten Apotheke in Altenkirchen befand sich dereinst das untere Stadttor. Bei einer abenteuerlichen Stadtführung mit dem Nachtwächter können Interessierte in Altenkirchen erfahren, dass eben ein solcher Nachtwächter früher immer dafür verantwortlich war, dass die Stadttore alle ordentlich verschlossen waren. (fu)

Nicht nur Stadttore prägen die Region – mehr dazu lesen Sie hier.

 

 

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