Vereine im Westerwald sind längst multikulturell


Sterne des Sports

Sport verbindet unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion und Status. Und der positive Effekt von Sport als Integrationsinstrument ist lange bekannt. Ging es dabei lange Zeit um die Integration von körperlich beeinträchtigten Menschen, engagieren sich immer mehr Vereine auch um die Integration von Migranten.

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Ohne die Sportler mit fremdländischen Wurzeln wäre der Spielbetrieb bei den Giborim aus Windeck gar nicht möglich. Znd auch die Reihen der Heavenly Force Cheerleader wären arg gelichtet.
Bild: Verein

Dieses Engagement wird bundesweit von dem Deutschen Olympischen Sportbund mit dem Programm „Integration durch Sport“ finanziell unterstützt. Dadurch soll den Vereinen die Möglichkeit gegeben werden, Sportangebote zu entwickeln, die an die spezifischen Bedürfnisse der Migranten angepasst sind und diese besser in die Gesellschaft einführen. Dabei werden Sportvereine, die sich durch ihre regelmäßige, langfristige und kontinuierliche Integrationsarbeit in der Region, hervorheben von Olympischen Sportbund als Stützpunktvereine bezeichnet. Rund elf der insgesamt 42 Stützpunktvereine in Rheinland-Pfalz liegen im Westerwaldkreis und dem Landkreis Neuwied. „Wir freuen uns über so viel Engagement,“ sagt Integrationsbeauftragte Andrea Oosterdyk von der Kreisverwaltung Neuwied. „Immer mehr Vereine bemühen sich, Flüchtlingskinder anzusprechen und sie aktiv in den Verein einzubinden.“

Etwa wie der Box-Club in Neuwied. Seit 2013 zählt der Verein zu den Stützpunktvereinen. Sechs Mal die Woche trainieren Jungen und Männer zwischen zehn und 35 Jahren in Dierdorf und Neuwied. „Wir nehmen oft an Veranstaltungen teil und arbeiten mit den Verbandsgemeinden und Jugendämtern, mit dem Ziel, die Integration zu verbesser, “ so Trainer Valerij Jakowenko über seinen Verein. Auch der TV Feldkirchen lädt mit einem vielfältigen Angebot aus Aerobic, Nordic Walking, aber auch Turnen, Volleyball und Schwimmen zum gemeinsamen, integrativen Sporttreiben in der vereinseigenen Turnhalle ein. Auch Senioren sind hier jederzeit willkommen.

Mit dem Programm „Familiensport als Motor der Integration“ überzeugt auch der TV Baumbach, der mit 800 Mitgliedern der größte Ortsverein in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach ist. Der Mehrspartenverein verzeichnet bereits seit Jahren einen relativ hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Im Familiensport-Programm stehen mehrsprachige Ansprechpartner als Übungsleiter zur Verfügung. Zudem bezahlen die Familien nur einen reduzierten Beitrag, damit die finanzielle Belastung minimal bleibt.

Auch in Altenkirchen legt man sportlich Wert auf Integration. So engagieren sich die Heavenly Force Cheerleader seit 2003 um die Integration von ausländischen Kindern und Jugendlichen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Football-Team „Giborim Footballer“ aus Windeck finden die rund 90 Mitglieder zwischen fünf und 25 Jahren zueinander und lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern.

Dieses ehrenamtliche Engagement brachte dem Verein bereits die Auszeichnung „Sterne des Sports“ in Bronze, mit dem der Olympische Sportbund die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen würdigt. Dabei steckt hinter dem Engagement auch Eigennutz: „Über 50 Prozent unserer Mitglieder sind Spätaussiedler: Holländer, Amerikaner, Chinese, Italiener, Brasilianer – ohne sie wäre unser Team nicht vorstellbar,“ so Trainerin Tanja Hermanns.

 

 

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