Die RWN-Medienschule


Stiller Begleiter

Bild: janjif93

Wer im Internet surft oder sein Smartphone benutzt, ist nie allein. So genannte Tracker, Programme, mit denen Firmen online das Verhalten von Nutzern überwachen, sind stets dabei. Welche Daten dabei im Laufe eines Tages gesammelt werden, hat jüngst ein Redakteur der Zeitschrift „test“ ermittelt. Nach dem Aufrufen von 21 Apps und 29 Webseiten auf seinem Smartphone hatten ihn 128 Tracker überwacht. Schon nach einem Tag ließen sich so Rückschlüsse auf Vorlieben, Wohnort, politische Einstellung, Familienstand, sexuelle Orientierung und Alter ziehen.

Überraschend: Die Seiten mit den meisten Trackern im Test waren Nachrichtenseiten, der Sender CNN etwa sendete Daten an 33 Fremdadressaten. Im Schnitt waren 5,8 Tracker pro Internetseite und 1,1 pro App aktiv. Die Tracker arbeiten dabei still im Hintergrund und überwachen die Onlineaktivitäten der Nutzer. Die gesammelten Daten verwenden Unternehmen derzeit vor allem für Werbezwecke. Sie „wären aber auch für Scoring nutzbar“, gibt test-Redakteur Martin Gobbin zu bedenken. Dabei wären die Daten dann „maßgeblich für Entscheidungen, ob wir Kredite bekommen, für Hotelzimmer mehr zahlen müssen als andere oder beruflich befördert werden.“ In Teilen Chinas sei dies bereits Realität.

Die Datensammelwut hat aber auch positive Seiten. Tracking führt zum Beispiel dazu, dass Seiten technisch und inhaltlich verbessert werden können und viele Dienste im Netz für Nutzer kostenlos sind.

Der ausführliche test-Artikel ist gratis unter www.test.de/getrackt abrufbar. Wie man sich vor Tracking schützen kann, verrät ein weiterer kostenfreier test-Beitrag.

 

 

 

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