Wiener Original wird demnächst zum 78. Mal aufgeführt

 

Stimmungsvoll ins neue Jahr

Neujahrskonzerte sind für viele Menschen zu einer schönen Tradition geworden. Man startet stimmungsvoll und beschwingt ins neue Jahr. Ob in Zürich, wo das „Zürcher Kammerorchester (ZKO)“ spielt, im Kaisersaal der Münchner Residenz, im Badischen Staatstheater Karlsruhe oder im Forum Ludwigsburg. Am Theater Ulm wird ein „Gute-Laune-Konzert“ gegeben – und in Unkel das Neujahrskonzert im Center Forum.

Seit 1939 gehen die Wiener mit schwungvollen Werken der Strauss-Dynastie ins neue Jahr. Auch im RWN-Land hat sich diese Tradition mittlerweile etabliert.
Bild: Terry Linke/Wiener Philharmoniker

Das mit Abstand bekannteste Neujahrskonzert der Welt ist zweifelsohne das der Wiener Philharmoniker. Es wird alljährlich live in über 90 Länder weltweit übertragen und erreicht so rund 50 Millionen Zuschauer. Schwerpunkt sind traditionell die Werke der Strauss-Dynastie, also von Johann Strauss (Vater), Johann Strauss (Sohn), der berühmte „Walzerkönig“, und dessen Brüdern Josef Strauss und Eduard Strauß. Hier hat sich nicht etwa ein Tippfehler eingeschlichen – doch davon später.

Der Ursprung dieser Konzerte liegt im Jahre 1939: Am 31. Dezember, nicht etwa am Neujahrsmorgen spielten die Wiener Philharmoniker ein der Strauss-Dynastie gewidmetes Konzert, dessen Reinertrag an das „Winterhilfswerk des Deutschen Volkes“ ging. Das zweite Konzert fand dann ein Jahr später tatsächlich am Neujahrstag statt, am 1. Januar 1941.

Dirigent Clemens Krauss, der für seine Liebe zur Walzermusik, insbesondere der Familie Strauss bekannt war, betreute die neugeschaffene Institution zunächst bis Kriegsende. 1948 kehrte er nach Aufhebung seines zweijährigen, durch die Alliierten erlassenen Verbots zurück und leitete bis 1954 sieben weitere Neujahrskonzerte.

Bis heute finden die Neujahrskonzerte im Großen Musikvereinssaal in Wien statt, der als das Kronjuwel unter den Konzertsälen dieser Welt gilt und etwa 2000 Musikfreunden Platz bietet: 1700 auf den Sitzplätzen, rund 300 auf Stehplätzen.

Seit dem 31. Dezember 1952 wird das Programm des Neujahrskonzerts am Silvesterabend als „Silvesterkonzert“ voraufgeführt. Neben den Werken der Strauss-Dynastie werden auch regelmäßig Stücke anderer Komponisten, wie Franz Lehár oder Franz von Suppé, ins Programm genommen.

Beim Wiener Neujahrskonzert folgen nach den beiden Hauptteilen zwei bis drei Zugaben. Während man bei der ersten variiert (2017 war es die Polka „Mit Vergnügen“ von Eduard Strauß), wird als zweite Zugabe traditionell der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss (Sohn) gespielt. Den Abschluss bildet der Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater). Am 1. Januar 2018 wird das 78. Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker stattfinden. In Unkel ist die Tradition der Neujahrskonzerte dann immerhin auch schon sieben Jahre alt.

Es gibt übrigens gewisse Regeln, an die man sich beim Besuch eines Neujahrskonzerts oder vielmehr eines jeden Sinfonie-Konzerts halten sollte: Zwischen den Sätzen wird nicht geklatscht. Applaus ist zwar der eigentliche Lohn eines jeden Musikers, doch an der falschen Stelle kann er den Künstler verwirren.

Apropos: Obwohl der Name Strauss in Nachschlagewerken häufig mit „ß“ zu finden ist, schrieben sowohl der Vater als auch seine Söhne Johann und Josef ihren Nachnamen mit „ss“. Als einziges Mitglied der Strauss-Dynastie schrieb ihn der jüngste Sohn Eduard mit „ß“ – allerdings zeigt sein Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof die Schreibweise mit Doppel-„S“. (cm)

 

 

 

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