Marken des Alltags: Jack Wolfskin

 

Tatzenhieb eines Bären war die Inspiration

Wer sich mit Europas führender Outdoor-Marke Jack Wolfskin beschäftigt, der wird feststellen, dass hier entweder recht kreative Öffentlichkeitsarbeiter tätig sind oder das echte Leben manchmal Geschichten schreibt, die sich kein PR-Stratege besser hätte ausdenken können. Wie dem auch sei: Fest steht, dass die Geschichte zur Marke passt und sowohl Wort- als auch Bildmarke wiederum zum angestrebten Image.

Jack_Wolfskin_Allroundparka_Bronco_1980er

Jack Wolfskin ist der führende Anbieter von funktioneller Outdoor-Bekleidung in Europa und bietet seinen Kunden ein umfangreiches Outdoor-Sortiment.
Bild: Jack Wolfskin

Der besagten Firmenlegende nach geriet der gebürtige Hanauer Ulrich Dausien seinerzeit – es muss wohl um 1980 herum gewesen sein – mit einem Bären aneinander, als er zum Angeln mit Freunden in der kanadischen Wildnis unterwegs war. Das Tier verpasste ihm einen Hieb mit der Pranke, ein Indianer fuhr den Verletzten mit seinem Truck ins Krankenhaus. Zurück bei den Freunden – am Lagerfeuer – kam in der Runde die Idee auf, aus dem Zwischenfall einen Markennamen abzuleiten.

Fast zu schön, um wahr zu sein

Dazu muss man wissen: Dausien hatte 1979 unter seinem Pfadfinderspitznamen Sine einen Outdoor-Laden in Frankfurt-Bockenheim eröffnet, in dem er mit wetterfester Kleidung, Ruck- und Schlafsäcken, Zelten und Bergsportausrüstungen handelte. An jenem Tag in Kanada muss Dausien – auf der Suche nach einer präg-nanten Eigenmarke – den schmerzhaften Tatzenhieb vermutlich als Schicksalswink gedeutet haben.

Jedenfalls kam ihm oder einem der Freunde das Wort Bearskin in den Sinn. Weil man auf der Bärenhaut aber eher faul herumliegt, statt sich aktiv in der Natur zu bewegen, wurde daraus später das Wort Wolfskin, Wolfshaut. In Anlehnung an den Schriftsteller und Abenteurer Jack London wurde dem Nachnamen noch der passende Vorname vorangestellt – und beides schließlich um das einprägsame Tatzen-Logo ergänzt.

Fast zu passend, um wahr zu sein, könnte man meinen. Aber warum nicht? Denn das Leben schreibt ja schließlich die besten Geschichten – siehe oben. Belegt ist auf alle Fälle, dass der Name Jack Wolfskin 1981 als Eigenmarke eingetragen und sieben Jahre später als eigenständige GmbH abgetrennt wurde. 1991 verkaufte Dausien diese an die US-Firma Johnson Outdoors. Nachdem man zunächst den Fachhandel beliefert hatte, wurde im Oktober 1993 in Heidelberg die erste Jack-Wolfskin-Filiale eröffnet. Die Unternehmenszentrale zog im August 1997 ins hessische Idstein.

Inzwischen wurde Jack Wolfskin mehrfach verkauft und ist heute ein Unternehmen der US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone, die seit November 2014 von der ehemaligen Esprit-Managerin Melody Harris-Jensbach geleitet wird. In Europa und Asien sind Jack-Wolfskin-Produkte in rund 900 Franchise-Stores und etwa 4000 Verkaufsstellen erhältlich.

Der größte Franchise-Geber im deutschen Sportfachhandel und zugleich führende Anbieter von funktioneller Outdoor-Bekleidung in Europa bietet ein breites Outdoor-Sortiment, das von Fleece-Jacken oder -Handschuhen über Softshell-Hosen bis hin zu Wander- und Fotorucksäcken sowie Kulturbeuteln und Kosmetiktaschen reicht.

 

 

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