Insektenschwund in Nordrhein-Westfalen


Tierschützer ziehen Bilanz

Eigentlich habe doch jeder Hund „früher mal einen Beruf gehabt.“ Wenn Hans Günter Bambach über Tiere spricht, dann hört man gleich jede Menge Herzblut heraus: Als stellvertretender Vorsitzender im Tierschutzverein Siebengebirge, aber auch als Schlittenhundebesitzer kennt er sich eben aus mit den zumeist vierbeinigen Zeitgenossen. „Ein Hund ist doch auch nur ein Mensch“, so ein weiteres Zitat des Ohlenbergers. Dabei dürfte ihm der Sinn gar nicht so nach Scherzen stehen, denn die Tier- und Artenschützer aus der Region haben gerade in dieser Zeit jede Menge Sorgen.

Mit Herzblut bei der Sache: der Vorstand des Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge
Bild: Verein

„In Nordrhein-Westfalen haben wir in den letzten Jahren glatt 85 Prozent der Fluginsekten verloren“, erzählt der Naturschützer und kann mit „Glyphosat & Co“ auch gleich die Ursache dafür ausmachen. Der Schuh drückt im Siebengebirge aber auch auf einem anderen Sektor. Fundtiere und deren Schicksale stehen schließlich auf der Agenda ganz oben. Dazu gehört seit Jahren dann auch der Wunsch nach einer vereinseigenen Auffangstation.

Zunächst war man jahrelang auf der Suche nach einem passenden Grundstück in der Region. „Inzwischen haben wir unseren Plan geändert und suchen nun ganz gezielt nach einem alten Bauernhof im Siebengebirge, den wir zu einer Auffangstation für gestrandete Tiere umfunktionieren können. Der Hof/das Haus sollte möglichst einsam gelegen sein. Das dazugehörige Grundstück muss Tieren – ob Hunden, Katzen, Schafen, Pferden oder vielleicht auch mal einem Esel – genügend Raum bieten und sollte mindestens 10.000 Quadratmeter groß sein.“

Vorsitzender Ozan Stoll hat mit seinen Kollegen noch einen zweiten Herzenswunsch: „Die Mitgliederzahl liegt seit einiger Zeit knapp unter 500, die Marke würden wir gerne bald knacken.“ Nicht genug bekommen kann der Verein auch von den Pflegestellen für Tiere. Generell, das räumt der Vorstand ein, sind gute Pflegestellen die beste Auffangmöglichkeit für verwaiste Vierbeiner.

Bei den Katzen versuchen es die Mitglieder im „Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge e.V.“ noch mit einem zweiten Ansatz, der Kastrationsaktion. Hier wird Öffentlichkeitsarbeit betrieben und im Einzelfall sogar Zuschüsse zur Kastration gewährt. Gemeinsam mit anderen Organisationen hat man es übrigens im Rhein-Sieg-Kreis geschafft, die Kastration von „Freigängern“ unter den Katzen als verbindliche Vorschrift zu etablieren. Andere Kommunen könnten gerne nachziehen, hoffen die Tierschützer.

Bliebe noch aufzuklären, wie Tierschützer Bambach die Sache mit dem Hundeberuf meinte: Hütehund, Wachhund oder Schlittenhund – der „Beruf“ verlangt nach entsprechender Pflege und Aufmerksamkeit. (fu)

 

 

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