Puccinis „Madama Butterfly“ live aus der Met im Cine 5


Tragischer Clash der Kulturen

Am 9. November kommt Puccinis „Madama Butterfly“ live aus der New Yorker Met ins Lichtspielhaus Cine 5 Asbach.

Hui He (links) und Elisabeth DeShong in „Madama Butterfly“
Bild: Metropolitan Opera/Richard Termine

Nicht nur in der Gunst von Opernfans rangiert Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ ganz weit oben, auch dem Starkomponisten selbst lag die „tragedia giapponese“ sehr am Herzen. Umso verzweifelter war er nach der Uraufführung 1904 in Mailand, die in einem wahren Desaster endete. Schon am Tag darauf machte sich Puccini an eine Neufassung: „Meine Butterfly bleibt, was sie ist: Die gefühlteste, ausdrucksvollste Oper, die ich je geschrieben habe!“ Und so nahm er sich gewissenhaft Partitur für Partitur vor, bis schließlich 1907 die Fassung vollendet war, die die Welt eroberte.

In seinem Werk prallen zwei Kulturen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten – die japanische und die amerikanische. „Madama Butterfly“ spielt um die Jahrhundertwende in Nagasaki, einer der wenigen Hafenstädte Japans, die für ausländische Schiffe geöffnet waren.

Hier trifft die arme Kurtisane Cio-Cio-San, genannt „Butterfly“ auf Benjamin Franklin Pinkerton. Von der Ehe mit dem amerikanischen Marineleutnant erhofft sie sich eine bessere Zukunft. Doch nach der romantischen Hochzeit im ersten Akt verwandelt sich die Oper in ein dramatisches Kammerspiel.

Butterfly, mit einem Kind von Pinkerton sitzengelassen, gibt sich zunächst der Illusion einer glücklichen Ehe hin. Doch als der lang vermisste Gatte mit einer neuen Frau aus Amerika zurückkehrt, und „sein“ Kind mitnehmen will, sieht Cio-Cio-San für sich nur noch einen Ausweg: Selbstmord.

In der Neuinszenierung von Anthony Minghella an der Metropolitan Opera übernimmt Sopranistin Hui He die herzzerreißende Titelrolle der zum Scheitern verurteilten Geisha und Tenor Andrea Carè den Part des amerikanischen Marineoffiziers, der sie verlässt. (imr)

 

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