Peter Kuhnert aus Eitorf

 

Über 10.000 Kochbücher nennt er sein Eigen

Wortwörtlich zum Kochen bringt Peter Kuhnert seine Leidenschaft. In 35 Jahren hat der Eitorfer sage und schreibe 10.700 Kochbücher zusammengetragen. Das Wohnzimmer und die Essecke der Kuhnerts werden beherrscht von Regalen mit Kochbüchern. Auch der Speicher ist voll.

Helene Kuhnert mit einem Explar aus der Kochbuch-Reihe

Peter Kuhnert (kl. Bild) liest Kochbücher wie andere Leute Romane. Derzeit ist allerdings seine Frau Helene Herrin über die riesige Rezept-Sammlung.
Bilder: H.-W. Lamberz

Ihren Anfang nahm Peter Kuhnerts Sammlung 1979. Da seine Frau bei ihren Eltern nicht kochen durfte, weil ihre Mutter Köchin war, hatte sie keine Ahnung davon. „So gab es immer Schnitzel oder Kotelett“, erzählt Helene Kuhnert. „Und dann wollte mein Mann mal was anderes haben.“

Also bemühten die beiden das Kochbuch, welches ihnen das Standesamt zur Hochzeit geschenkt hatte, und fingen mit einem einfachen Braten an. Durch Flohmärkte kamen weitere Kochbücher dazu. „Und dann hat ihn die Leidenschaft gepackt“, weiß die Eitorferin.

Peter Kuhnert mit einem Explar aus der Kochbuch-Reihe„Das ist jetzt eigentlich auch schon meine Leidenschaft geworden“, gesteht sie lachend. „Wenn ich ein Stück Fleisch habe, dann schau ich vier, fünf Kochbücher an, klatsche die Rezepte zusammen und lass mich überraschen.“ So gibt es für ihren Mann kaum noch Schnitzel. Derzeit muss Peter Kuhnert jedoch ohnehin auf das heimische Essen verzichten. Seit einem Schlaganfall im letzten Jahr sitzt er im Rollstuhl und befindet sich zur Rehabilitation in einer Klinik.

Doch selbst aus der Ferne hat der Mittsechziger den Überblick über seine umfangreiche Sammlung. „Wenn mein Mann sagt ‚Das Buch steht da und da’, dann steht das auch da“, erzählt Helene Kuhnert. Ursprünglich wollte man die Bücher nach Autoren sortieren, entschied sich dann aber für Themenbereiche, um schneller fündig zu werden.

Ein Großteil der Sammlung stammt von Flohmärkten. Immer wieder bekommt Peter Kuhnert aber auch Buchpräsente. So brachte ihm seine Frau unlängst von einem Reha-Aufenthalt auf Borkum vier Kochbücher mit. Um die 600 Kochbücher schenkte ihm umzugsbedingt eine Frau aus Baden-Württemberg, deren Mutter Kochbücher geschrieben hat.

„Mein Mann wollte sich immer wieder auf ein Thema konzentrieren, aber das ist schwer“, weiß Helene Kuhnert. „Aus den Bundesländern, da hat er ´ne ganze Ladung.“ Vorhanden sind aber auch „unlesbare“ Kochbücher in Blindenschrift und in Russisch sowie Tierkochbücher, aus denen die Kuhnerts höchstens etwas für ihren Hund zubereiten können. Zudem gibt es etliche Ausgaben des Schulkochbuchs von Dr. Oetker. „Jedes Jahr kam etwas Neues und dann musste er das halt haben“, erklärt die 62-Jährige. Erwähnenswert sind auch Kuhnerts Kochbücher von Henriette Davidis aus dem 19. Jahrhundert.

„Es schwebt ihm eigentlich vor, ein Kochbuchmuseum aufzumachen“, verrät Helene Kuhnert. „Wir wissen aber nicht wo. Wir müssten ja schon etwas Größeres haben. Deshalb haben wir gesagt, dann müssen wir es halt bei uns lassen.“ Der Vorteil daran ist, dass Peter Kuhnert weiterhin alle seine Bücher bei sich hat. Seiner Frau zufolge liest er Kochbücher wie andere Romane.

Seine zweite große Leidenschaft ist stringenterweise das Kochen selbst. Seit zehn Jahren ist Kuhnert Teil des Eitorfer Männerkochklubs „Cordon Bleu“.

 

 

 

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