Interview mit Ortsbürgermeister Gerhard Hausen


Unkel verdient sich den Titel Kulturstadt

Der erste Künstlermarkt im Vorteil-Center Unkel hat seine Premiere mit Bravour bestanden. Acht Profikünstler stellten am ersten Adventssamstag ihre Kunstwerke in der oberen Etage des Einkaufsmarktes aus. Am zweiten und dritten Adventssamstag folgen weitere Künstler aus der Region. Unkels Bürgermeister, Gerhard Hausen, der die Ausstellung offiziell eröffnete, erläutert im RWN-Interview, wie gut aus seiner Sicht die Rotweinstadt, das Vorteil-Center und eben die Kunst zusammenpassen.

Gerhard Hausen bei der Eröffnung der Kunstausstellung im Vorteil-Center
Bild: H. W. Lamberz

Herr Hausen, die Stadt Unkel hat in den letzten Jahren das Markenzeichen Künstlerstadt bekommen. Zufall oder Strategie?

Gerhard Hausen: Ja, es war sicherlich auch eine gute Fügung. Aber vor allem doch eine Strategie mit Weitblick und Ausdauer.

 

Wie war denn dafür die Ausgangslage?

Hausen: Vor etwa 20 Jahren hatten wir hier ganz mächtige Strukturprobleme. Da war es eben eine gute Fügung, dass Anton Limbach eines Tages mit seinem Wunsch nach einem Verbrauchermarkt auf der Matte stand. Verkürzt gesagt haben wir jetzt einen Dreiklang: Wir haben attraktive Wohngebiete, ein florierendes Dienstleistungszentrum rund um die Anton-Limbach-Straße und die historische Innenstadt als Kultur-Mittelpunkt.

 

Bis dahin war es aber wohl ein weiter und steiniger Weg, oder?

Hausen: Ja und nein. Als wir die ersten Anfragen von Künstlern hatten, da haben wir Geschäftsinhaber gewinnen können, die ihre Ladenlokale relativ günstig zur Verfügung gestellt haben. Und inzwischen haben wir keinen Leerstand mehr in Unkel.

 

Wie konnte die Politik diesen Trend überhaupt fördern?

Hausen: Unser Glück war, dass die Politik von Anfang an mitgespielt hat. Politik muss die Rahmenbedingungen setzen. Beispielsweise durch passende Veranstaltungen. Mit den Unkeler Höfen hat es angefangen. Aber auch das Wein- und Heimatfest spielt eine Rolle. Kurz gesagt: Wein und Kunst, das passt. Und wer auf unserer autofreien Rheinpromenade flaniert, der geht auch gerne in die Innenstadt mit den Künstlerateliers. Davon profitieren aber auch die heimischen Gastronomen.

 

Verspricht das auch zukünftig positive Entwicklungen?

Hausen: Ganz klar. Wir haben mit der Kulturstadt Unkel ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Vor allem auch, weil wir die Bürger mitnehmen konnten. Inzwischen leben in Unkel Künstler und besonders Künstlerinnen, die national und sogar international bekannt sind. Das wirkt sich auch positiv für die Gemeinde aus.

 

Ist das aber nicht auch ein finanzielles Abenteuer?

Hausen: Das ist es dann nicht, wenn man den Dreiklang betrachtet. Für die Wirtschaftlichkeit sorgt da nicht zuletzt der Dienstleistungsbereich rund ums Vorteil-Center, der zwischen Koblenz und Bonn seinesgleichen sucht. (fu)

 

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