Vergilbte Akten gehören der Vergangenheit an

Studentinnen und Studenten, Heimatforscherinnen und Heimatforscher und andere Bibliotheken, sie alle nutzen rege den Online-Bibliothekskatalog des Archivs des Rhein-Sieg-Kreises. Hier ist inzwischen eine Recherche in beinahe 27.000 Medieneinheiten rund um die Uhr möglich und hier finden sich – insbesondere zur Regionalgeschichte des Rhein-Sieg-Kreises – Informationen, die in keiner anderen Bibliothek bundesweit zu finden sind.

So sah die Archivierung der Vergangenheit aus. Moderne Archivierung kommt ohne Papier aus, dank Online-Bibliothekskatalogen.
Bild: creativsignature

Von besonderem Interesse in Bezug auf die Archivbestände sind zurzeit die fast 3000 Wiedergutmachungs- und Erbgesundheitsakten aus dem ehemaligen Landkreis Bonn und dem ehemaligen Siegkreis. Sämtliche Namen der Betroffenen, deren Geburtsdaten und Wohnorte sind in einer Datenbank erfasst und machen eine gezielte Suche nach einzelnen Opfern möglich. Davon profitiert auch das – unter Federführung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte – seit November 2017 laufende Projekt „Erforschung und Dokumentation der NS-Medizinverbrechen im Rhein-Sieg-Kreis. „Wir versprechen uns von der ersten Lokalstudie auf Kreisebene sehr viel. Es geht dabei nicht nur um die Opfer, sondern auch um die Täter und die Strukturen, die die Sterilisation von bis zu 400.000 Menschen und die Tötung von 70.000 Menschen ermöglicht haben“, erklärt Thomas Wagner als zuständiger Dezernent. Ende 2018 sollen bereits die Ergebnisse der Studie vorliegen.

Besonders liegt der Kreisarchivarin Dr. Claudia Arndt aber auch die Einbeziehung der nächsten Generation am Herzen: „Die zweite Verlängerung der Bildungspartnerschaft mit der Gesamtschule Hennef Meiersheide ist für alle Beteiligten ein großer Gewinn. Unsere Kooperation fördert die Heimatverbundenheit, die Neugierde und den Forscherdrang der Schülerinnen und Schüler und deren Recherchekompetenz. Wenn dann die Oberstufenschülerinnen und Oberstufenschüler zu uns kommen und an Originalarchivalien recherchieren, zeigt das, dass unsere Arbeit erfolgreich ist.“.

Eine schöne Bestätigung für das bisherige Engagement war die Auszeichnung im bundesweiten Wettbewerb „Kinder zum Olymp! Die Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder“. Die Jury begründete die Vergabe des vierten Platzes (von 270 Teilnehmenden) wie folgt: „Die Jury war sehr angetan von diesem langfristig angelegten Programm, das ein Archiv effektiv als außerschulischen Lernort für die regionale Geschichte und kulturelle Identität erschließt und verleiht ihrer Hoffnung Ausdruck, dass deutschlandweit die unterschiedlichen Archive sich in der Zusammenarbeit mit Schulen in der kulturellen Bildung engagieren.“

 

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