GOP-Varieté Bonn zeigt neue Show

 

Viel Applaus für Artisten

Dass die Künstler allesamt aus Tennessee stammen, das war gelogen. Aber es dürfte im vollbesetzten Varietétheater niemanden gegeben haben, der an diesem Abend die kleine Flunkerei nicht mit einem Lächeln quittiert hätte. Vielleicht auch deshalb, weil das neue Varieteetheater in der ehemaligen Bundeshauptstadt nicht einmal einen Steinwurf entfernt vom ehemaligen Plenarsaal liegt.

„Rockabilly“, so der Titel der aktuellen Show im GOP Bonn, läuft noch bis Juni.
Bild: Frank Wilde

Erst seit einigen Monaten gehört das GOP-Theater zum kulturellen Angebot in Bonn. Die Show „Rockabilly“, die in den Monaten Mai und Juni das Publikum begeistert, ist schon das dritte Variete-Programm am Rhein. Dank seiner inzwischen sieben verschiedenen Theaterstandorten kann das Unternehmen sich den schnellen Programmwechsel leisten.

Schnelle Wechsel, die sind auch das Markenzeichen der aktuellen Inszenierung, die Thomas Nigl und Marco Pfriemer auf die Bonner Showbretter arrangiert haben. Die beiden sind dann auch als Max Nix und Willy Widder Nix die „Lords of Comedy“ der 120 Minuten und führen als Moderatoren durch eine Anreihung von Shownummern, die tatsächlich allesamt aus Tennessee oder Las Vegas an den Rhein gekommen sein können.

Der Titel der Show ist dabei der musikalische Leitfaden und es ist schon fast keine Überraschung mehr, wenn gegen Ende der vielbejubelte Stargast als hüftschwingender Elvis durch die Zuschauerreihen swingt.

Spielzeug wird zum Artistik-Accessoire

Die Show wird vom GOP-Management als geeignet für jede Altersgruppe deklariert und tatsächlich werden sich die jüngeren Besucher daran erfreuen, wie vermeintliches Kinderspielzeug zum Artistenhandwerkszeug wird. Vielleicht müssen Eltern und Großeltern noch flüstern, dass die Reifen, die der Mann da auf der Bühne massenweise um die Hüften kreisen lässt, als Hula-Hoop-Reifen ebenso ins Kinderzimmer Einzug hielten wie die Rollschuhe. Aber das Tempo, mit dem „Fräulein Hildegard“ (Anezka Bockova) das Sprungseil durch die Luft wirbeln lässt, hat mit dem einstigen Spielzeug wirklich nichts mehr gemein.

Die Premierengäste im Bonner GOP-Theater forderten minutenlang Zugaben – und bejubelten diese ebenso frenetisch. (fu)

 

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