Der RWN-Heimkino-Tipp: „Unser NRW“


Vielfältige Heimat

DVD und BD zu Harry Flöters und Jörg Siepmanns „Unser NRW“ sind ab 31. Mai bei Medimax in Asbach und Unkel erhältlich. Die Dokumentation zeigt das bevölkerungsstärkste Bundesland Deutschlands aus drei Perspektiven.

Das Hermannsdenkmal in Detmold ist nur eine der vielen Stationen des Films „Unser NRW“.
Bilder: Alive/reginasphotos

Aus der Vogelperspektive präsentiert der erste Teil „NRW von oben“ in faszinierenden Bildern eine außergewöhnliche Geschichtsstunde: Die Episode spannt den Bogen von längst vergessenen Militär- und Handelswegen zur „Wiege der Menschheit“ im Neandertal bis hin zum Düsseldorfer Stahlhof als Sitz der ersten Landesregierung.

Es geht um Krieg und Zerstörung, aber auch um Aufbau und Neubeginn. Landmarken wie das Hermannsdenkmal und die Stadttore im Römerpark Xanten, der Kölner Dom und die kurkölnischen Burgen im Sauerland stellen überraschende Verbindungen zwischen den Regionen her.

Im Mittelteil „NRW von unten“ wandelt sich die Perspektive: Kein anderes Bundesland ist in seiner Geschichte derart ausgehöhlt, durchbohrt und untertunnelt worden wie NRW. Allein im Ruhrgebiet liegen einige Tausend Stollen- und Schachtlöcher, stillgelegte Bergwerke und Eisenbahntunnel, U-Bahnen und Pipelines. Es gibt noch viele andere Wege nach unten, manche sind geheim und verschlossen, andere lebensgefährlich: manch einer findet hinein, doch nicht wieder heraus.

Der Film zeigt aber nicht nur die Hinterlassenschaften der Menschen, sondern auch der Natur, wie die 200 Meter mächtige Schicht aus Steinsalz unter dem Niederrhein und die über 1200 Höhlen mit teils spektakulären Tropfsteingebilden im Sauerland.

Im dritten Teil „NRW bei Nacht“ bleibt es nur vermeintlich so dunkel wie unter der Erde: Wer nachts im Landeanflug über NRW fliegt, kennt diesen faszinierenden Ausblick: Teilweise erscheint die Landschaft als ein einziges Lichtermeer. Städte und stillgelegte sowie aktive Industrieanlagen strahlen um die Wette in den Nachthimmel, Fernseh- und Kraftwerkstürme blinken rot und gelb, Straßenbeleuchtungen schlängeln sich in endlosen Lichtfäden. Kein Wunder: In NRW arbeiten zwischen 21 Uhr und sechs Uhr früh bald eine Million Menschen.

 

 

 

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