Vier Kilometer lange Partymeile

 

Wer den Karneval liebt, wird auch die „Hölle“ im Siebengebirge lieben. Was die Gesellschaften hier Jahr für Jahr auf die Beine stellen, verdient Hochachtung. Darin ist sich das närrische Volk auf den Veranstaltungen von Ittenbach am Fastnachtssamstag bis Aegidienberg am Veilchendienstag schon jetzt einig.

Zoch, Remm Flemm, Uckerath

Eines steht wohl jetzt schon fest: So frostig wie im letzten Jahr wird es bei den Karnevalsumzügen 2014 durch das SIebengebirge wohl nicht.    Bild: KG Remm Flemm

Fastnachtsamstag

Die Jecken auf die einzigartige Stimmung im Straßenkarneval einstimmen, darauf versteht sich der KC Öttemicher Jecken von 1992 e.V. Hier „kütt de Zoch“ schon samstags um 14 Uhr. Zugleiter Frank Nicolaus berichtet von einer regen Anmeldung: „Das 22. Jahr ist eben ein Jahr der Superlative. Wir wollen nicht zu viel verraten, doch die Themen, die schon jetzt bekannt sind, lassen einen ebenso turbulenten wie heißen Tanz erwarten.“ Und der setzt sich dann auf der After-Zoch-Party im Sängerhof Ittenbach gewiss fort. Mit der Verabschiedung von Prinzessin Petra I. am Veilchendienstag verabschieden sich auch die Jecken aus der Jubiläumssession.

Fastnachtsonntag 

Der streckenmäßig längste Umzug im Rhein-Sieg-Kreis setzt sich um 13.11 Uhr in Bewegung. Auf sage und schreibe vier Kilometern durch den Oberhau werden die Teilnehmer seit nunmehr 48 Jahren vom närrischen Volk gefeiert. Martin Sobottka, KG Spitz pass ob-Geschäftsführer und Zugleiter, verspricht einen mehr als nur bunten Lindwurm: „Jede Gruppe gibt sich ihr eigenes, vielversprechendes und tiefblickendes Motto.“ Der abschließende Prinzenball und die große Abschlussfeier in der Mehrzweckhalle Eudenbach gehen nahtlos ineinander über.

Zur gleichen Uhrzeit entzünden auch die über 500 gemeldeten Teilnehmer ihr närrisches Straßenfeuerwerk in Königswinter. „Kein Prinz, kein Motto, viel Freud“, weist Zugleiter und Veranstalter Hansi Hirzmann vom Festausschuss Altstadt Karneval süffisant darauf hin, dass dank der vielen Fußgruppen der diesjährige Umzug „bunt, frisch und kreativ wie schon lange nicht mehr ist.“ Teilnehmer und Besucher lassen sich im Anschluss in der heimischen Gastronomie feiern.

„Wir wollen die Tausender Grenze knacken“, gibt Michael Haaks, Pressewart der Narrenzunft der Kolpingsfamilie Oberpleis e.V., ein klares Ziel aus. „Im vergangenen Jahr waren es 44 Fuß- und Wagengruppen mit über 900 jecken Teilnehmern.“ Die anschließende „Apres-Zoch-Garag“, veranstaltet von den Alten Herren des TuS Oberpleis   lässt den närrischen Höhepunkt des Jahres stimmungsvoll ausklingen.

Weit über die Stadtgrenzen von Hennef-Eulenberg hinaus bekannt ist der Große Sonntagszug der KG Grün-Weiß Eulenberg, der um 14.30 Uhr gestartet wird. Bereits ab 11 Uhr „jeit et widder loss – maache mer uns vill Freud“ mit dem deftigen Erbsen-Eintopf. Im schon legendären Festzelt wird das „Jahr 1“ nach dem 50-jährigen Jubiläum mit einer Kostümparty beschlossen.

„50 bis 60 Gruppen mit Gesellschaften aus dem gesamten Siebengebirgsraum von Bonn-Beuel bis Unkel werden es gewiss wieder werden“, verbreitet Zugleiter Kurt Oettel vom Festkomitee Bad Honnefer Karneval große Vorfreude auf den Siebengebirgszug durch Bad Honnef-Rhöndorf. Ab 15.11 Uhr steht das Motto „Fastelovend un Wing, aus Honnef am Rhing“ als Symbol für ausgelassenes Feiern, das dann ab 16.30 in der Rheinsubstanz bis zum Abwinken bejubelt wird.

Rosenmontag

„In diesem Jahr haben wir wieder eine attraktiven Teilnehmerkreis, die den Uckerather Rosenmontagszug zu einem schönen Zug machen“, macht Michael Senf, 1. Vorsitzender der KG Remm-Flemm neugierig auf den Lindwurm, der sich ab 14 Uhr in Uckerath in Bewegung setzt. „Viele bekannte und auch neue Gesichter werden dabei sein, wenn aktuelle Themen der ganzen Welt und aus Uckerath ins Visier genommen werden.“ Abschließend gefeiert wird ganz nach dem Motto „Lot die Gläser löstig klengen, on dem Remm Flemm lot us sengen. Er sall levven fott on fott, en dem schünen Oeckeroth.“

„De Zick die jeht, de Zick die kütt, de Mocca Kännchen sin op jück“ –  mit diesem Prinzenmotto begeisterten Prinz Theo II. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Martina I. die Eitorfer Jecken bislang und feierten zugleich das 66-jährige Jubiläum der zweitältesten KG Eitorfs. Entsprechend prunkvoll, farbenfroh und freudestrahlend werden sich sich denn auch die Teilnehmer des bis auf den letzten Platz ausgebuchten Festzuges dem Narrenvolk präsentieren: 25 Wagen, 33 Fußgruppen und 4 Musikgruppen werden sich ab 14.11 Uhr ihren Weg durch die Stadt suchen, bevor bei der „Fete op dem Maat“ die Stimmung überkocht. Am Veilchendienstag wird das Prinzenpaar ab 19.11 Uhr im „Schützenhof“ Alzenbach verabschiedet.

Ebenfalls Punkt 14.11 Uhr erfolgt der Startschuß zum Karnevalszug der Strücher KG von Heisterbacherrot über Thomasberg bis zur Endstation Franz-Unterstell-Saal, wo auch die große Karnevalsparty und ab 18.30 das Karnevals-Rocken mit „De Köbesse“ steigt. „Mit gut 2.500 Teilnehmern werden wir unserem Ruf, einen der größten Züge im Siebengebirge zu veranstalten, gerecht werden“, verspricht Erster Vorsitzender Willi Weyler ein farbenprächtiges Spektakel.

Überschaubarer, doch ebenso bunt wird’s in Niederdollendorf zugehen, wenn die Freunde und Förderer im Veedelszoch Königswinter-Niederdollendorf e.V. um 14.30 Uhr zum Umzug nachNiederdollendorf laden. Für Spannung ist gesorgt: „In der Hälfte des Zuges auf dem Kirchplatz wird gestoppt, dann werden die bisherigen Tollitäten verabschiedet und  die neuen inthronisiert. Nach Abschluss des Zuges wir mit den neuen Tollitäten durch die ortsansässige Gastronomie“, stellt Vorsitzender Paul Peter Schmidt das Rosenmontagsprogramm vor.

Besondere Beachtung verdient der Kinder- und Veedels-Zoch in Selhof, der das närrische Treiben im Siebengebirge seit vielen Jahren bereichert. „Nach dem Zug findet die große Kamelleschlacht und dann die Kindersitzung statt“, verspricht Organisatorin Claudia Meyer dem närrischen Nachwuchs einen unvergesslichen Nachmittag ab 13 Uhr.

Veilchendienstag

Den Schlusspunkt im Siebengebirge setzt dann der Veilchendienstagszug in Aegidienberg. Zugleiter Beppo Miebach rechnet damit, zumindest die Vorjahresstärke zu erreichen. „Damals gab’s mehr als 1.000 Aktive im Zuch, 18 Pferde, eine Kutsche, 35 Zugmaschinen oder Fahrzeuge, 22 Wagen oder Anhängerund zigtausende an Kehlen am Straßenrand.“ Mit der anschließenden After-Zoch-Party im Bürgerhaus wird Prinz Karneval dann sowohl standesgemäß als auch stilecht zu Grabe getragen.

Mehr zum Karneval im RWN-Land: rwn24.de/karneval/