Für die gute Sache: Ausleihbücherei Linz


Vier Teenager und eine neue Bücherei für Linz

Seit Mai betreiben vier Schülerinnen auf ehrenamtlicher Basis eine kleine Ausleihbücherei in Linz. Das Angebot und die Räumlichkeiten sind recht überschaubar, aber überall zeigt sich viel Liebe zum Detail.

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Annalena Dietrich, Florentina Ganijaj, Kira Marx und Hannah Förster in ihrer Bücherei
Bild: Presseagentur Funk

Bereits vor der Tür lädt ein Sofa zum Verweilen und Lesen ein. Teelichter und Lampionblumen sorgen für eine herbstlich-gemütliche Atmosphäre. Sogar Tee gibt es auf Anfrage. Die im Blauen Salon im ersten Obergeschoss der Mittelstraße 22 in Linz untergebrachte Bücherei ist klein, aber fein. In den Regalen an den Wänden der Einraum-Bibliothek stehen derzeit etwa 800 Bücher zur Ausleihe bereit.

Ein Ordner mit Bücher-Rezensionen von Nutzern soll anderen Besuchern als Orientierung und Inspiration dienen; wer will, kann auch selbst einen Zettel ausfüllen und berichten, wie ihm ein ausgeliehenes Buch gefallen hat. An der Tür hängt zudem eine Bücherwunschliste, in die man eintragen kann, welche Bücher man in Zukunft gerne in der Bücherei vorfinden würde.

Auf die Idee, eine Bücherei zu eröffnen, kamen Annalena Dietrich, Florentina Ganijaj, Hannah Förster und Kira Marx, weil es in Linz zwar eine Bücherei, aber kein gutes Angebot für Kinder und Jugendliche gab. Ins Rollen kam das Projekt der vier 15-Jährigen mit einer Affinität zum Lesen, als sie vor etwa einem Jahr eine E-Mail an den Linzer Bürgermeister Hans Georg Faust schrieben. Der Linzer Blaue Salon stellte ihnen daraufhin einen seiner Räume zur Verfügung. Bestückt wurde er mit Regalen der ehemaligen Bücherstube am Buttermarkt und Bücherspenden, die die Mädchen auf einen Aufruf hin erhalten hatten.

Aber auch neue Bücher wurden und werden angeschafft. Dabei konzentrieren sich das ehrenamtlich tätige Team vor allem auf Kinder- und Jugendbücher, auch wenn die Bücherei auch Bücher für Erwachsene anbietet. Finanziert wird die Anschaffung neuer Bücher auf unterschiedlichem Wege. Bereits mehrfach haben die Schülerinnen einen Bücherbasar veranstaltet und gespendete Bücher verkauft, die doppelt vorhanden waren oder keinen Einzug in die kleine Bücherei gefunden haben. Zudem können Leute, die das Projekt unterstützen wollen, Buchpate werden, in dem sie eins der zur Neuanschaffung vorgesehenen Bücher auswählen– vor Ort gibt es eine Liste – und durch eine Geldspende den Ankauf ermöglichen.

Aufgenommen wird die Bücherei grundsätzlich gut und der Zulauf steigt. Die Mädchen sind aber überzeugt davon, dass es eine Weile dauern wird, bis das Angebot richtig angelaufen ist und sich rumgesprochen hat. Um auf sich aufmerksam zu machen, haben die Schülerinnen unter anderem selbst gestaltete Visitenkarten drucken lassen und verteilt. Neuigkeiten veröffentlichen sie auf ihrem Blog unter www.jugendprojektbuecherei.blogspot.de.

Bislang wird die Bücherei vor allem von Familien mit Kindern im Grundschulalter und von Schülern der Sekundarstufe genutzt. Da junge Leser häufig Antolin, ein web-basiertes Programm zur Leseförderung in Schulen, nutzen, hat das Büchereiteam kürzlich alle im Bestand vorhandenen Bücher, die Antolin verwendet, mit einem farbigen Punkt markiert. Ein Wunsch der Teenagerinnen ist es, dass künftig auch ältere Jugendliche den Weg in ihre Bücherei finden. Obwohl sie das Projekt bis zu ihrem Abitur in drei Jahren weiterbetreuen wollen, halten sie bereits jetzt Ausschau nach Gleichgesinnten, die sie in die Arbeit miteinbeziehen können.

Die Bücherei im Blauen Salon hat donnerstags von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 5 Euro sowie 10 Cent pro Buch und Woche.

 

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