Vom Eulenberg zum Ohlenberg

Wie tierisch ist eigentlich das RWN-Land? Nein, hier soll es nicht um die Galloway-Rinder am Rande von St. Katharinen gehen, auch nicht um das Rotwild von Wiedmühle. Bei der Suche nach „Tieren“ in den Ortsnamen in der Region kam die Redaktion zu überraschenden Ergebnissen.

Auch wenn so manche Ente bei Erpel durch den Rhein schwimmt, geht der Name der „Alten Herrlichkeit“ keineswegs auf die männliche Form des Wasservogels zurück.
Bild: Presseagentur Funk [M]

Prominentestes Beispiel: Ortsunkundige mögen beim Namen Erpel vielleicht gleich am Rheinufer die Enten verdächtig anschauen. Aber schon der Namenszusatz „Herrlichkeit“ bringt schnell auf andere Spuren. Historiker wissen es: Die Entstehung des Ortes liegt im Dunkeln und reicht nach Schätzungen auf über 1500 Jahre zurück.

In alten Schriftstücken wird der Ort Herpilla, später Erpilla, dann Erpell genannt. Herpilla ist keltischen Ursprungs und bedeutet „wiesenbewachsener Hügel“, gemeint ist die Erpeler Ley. Die Menschen siedelten sich hier an, weil die Ley volle Südlage hat und dadurch die Wiesen das erste Frühjahrsgrün für das Vieh hatten.

Ganze 26 Einwohner leben in Hähnen, dem Ortsteil von Hausen, der laut Gemeindechronik im 16. Jahrhundert aus dem so genannten Hähnerhof entstanden ist. Die Flurbezeichnung lautete Haene, abgeleitet von Hang. Die kleine Ansammlung von Häusern liegt schließlich direkt am Hang des Malbergs, der höchsten Erhebung von Hausen, die eine besondere Geschichte als Skihang aufweisen kann. Übrigens: Die Bezeichnung Hähnen taucht – unter anderem in Windeck – immer wieder auch in Straßennamen auf.

Keine besondere Ableitung ist wohl für den Ortsnamen Eulenberg verantwortlich, schließlich bilden eine Eule und das Symbol der Bergleute das Wappen des Ortes. Oberhalb der Wied findet man diesen Ort mit etwas über 50 Einwohnern in der Verbandsgemeinde Flammersfeld. Aber auch ein Stadtteil von Hennef nennt sich Eulenberg. Übrigens: Der Name Eulenberg ist mehr als 10.000 mal in der Welt zu finden, behaupten die Betreiber einer Namenssuchmaschine im Internet. Mitgezählt wurden dabei übrigens auch die Familien Eilenberg, was für den gleichnamigen Ort in der Nähe von Neustadt wohl auch ein Herkunftsnachweis sein könnte.

Der kluge Nachtjäger ist übrigens auch der Namensgeber für Ohlenberg in der Verbandsgemeinde Linz – nicht zu verwechseln mit den Siebirischen Katzen „vom Ohlenberg“, die aus dieser Zucht in Waldbreitbach stammen. Verwechslungen sind beim Namen Roßbach nicht auszuschließen. Gibt es doch einen Ort mit diesem Namen in der Verbandsgemeinde Hachenburg im Westerwald mit über 800 Einwohnern und einen an der Wied mit über 1400 Einwohnern. Das Pferd im Wappen liefert den ersten Teil des Ortsnamens, aber dass die Wied den zweiten Teil, also Bach, beigesteuert hat, sollte lieber verschwiegen werden. Schließlich wirbt die Gemeinde inzwischen als „Perle an der Wied“ um mehr Touristen. (fu)

 

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