Kirmesbräuche

 

Vom Kirmesmann bis zum Eiersammeln

Kirmesbräuche sind vielerorts fester Bestandteil der Festivitäten. Die folgenden Zeilen möchten einen Einblick geben, welche Traditionen an den Kirmeswochenenden im RWN-Gebiet gehegt werden.

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In Hennef wurde die Kirmes 2014 von Bürgermeister Klaus Pipke mit einem Fassanstich am Bierwagen der „1. Hennefer KG“ offiziell eröffnet.
Bild: Stadt Hennef

Vielerorts wird die Kirmes mit dem Fassanstich des Bürgermeisters offiziell eröffnet. In Linz waltet Dr. Hans Georg Faust dieses Amtes am Kirmesfreitagabend am „Halborn“, nachdem die St. Sebastianus Schützenbruderschaft und die Schützengesellschaft Linzer Jünglinge mit Unterstützung des Bauhofes dort den Kirmesbaum aufgestellt haben.

Auch in Niederbreitbach beginnt das Kirmesprogramm traditionell mit dem Baumaufstellen am Freitagabend. Nachdem die Junggesellen den Baum geschlagen und zum Dorfplatz gebracht haben, bemühen sie sich, ihn allein durch Muskelkraft in die Senkrechte zu befördern.

Kirmesmann

Der Kirmesmann in Rheinbrohl hat den Überblick.
Bild: Verein

Aber nicht überall gibt es einen Kirmesbaum, etwa in Neustadt und Unkel. „Was wir haben, ist ein Kirmesmann aus Stroh“, erklärt Korbinian Wester, der Vorsitzende des Unkeler Junggesellenvereins. Am Ende eines Umzugs durch die Stadt wird der Kirmesmann freitags um 18 Uhr im Zelt aufgehängt. Auch in Rheinbreitbach erfolgt freitags der Einzug des Kirmesmannes.

Die Laurentiuskirmes in Oberdollendorf beginnt für die Mitglieder der St. Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft Oberdollendorf freitags um 22 Uhr mit der nicht-öffentlichen Königsvogeltaufe, die mit dem Königsschießen am Kirmesmontag zusammenhängt.

Ganz typisch für eine traditionelle Kirmes sind Festzüge durch den Ort. In Unkel etwa gibt es gleich zwei Königszüge, da die Kirmes vom Junggesellen- und vom Bürgerverein gemeinsam organisiert wird. Während der Bürgerkönig traditionell bereits beim Königsschießen eine Woche zuvor gekrönt wird, erhält der Junggesellenkönig die Kette stets erst beim Königszug.

In Rheinbrohl werden am Freitag vor der Kirmes traditionell die „Mää-Bääm“ verteilt. Der katholische Junggesellenverein bittet die Bevölkerung, die Straßen des Ortes durch das Aufstellen der Bäume und durch Heraushängen von Fahnen festlich zu schmücken, um den Umzügen einen würdigen Rahmen zu verleihen. Ähnlich ist es in Rheinbreitbach, wo die Bürger aufgefordert werden, den Zugweg mit Fahnen und Bäumchen zu schmücken und sich selber am Straßenrand zu zeigen.

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Königszugs der Junggesellen in Unkel 2014
Bild: Verein

Am Nachmittag des Kirmesmontags sammeln die Niederbreitbacher Junggesellen im Dorf fleißig Eier, die dann im Laufe des Dorfabends gebacken und kostenlos an die Besucher ausgegeben werden. Fast dasselbe steht montags in Melsbach auf dem Plan: Ab 8 Uhr ist der Burschenverein auf der Jagd nach Speck und Eiern, ab 16 Uhr werden sie an der Festhalle verzehrt.

Montags abgehängt, wird der Unkeler Kirmesmann mittwochs beerdigt. Über das Jahr hinweg wurden Verfehlungen der Mitglieder des Junggesellenvereins in das sogenannte rote Buch eingetragen. „Diese werden nach der Kirmes dem Kirmesmann angelastet und bei seiner Beerdigung alle nochmal vorgetragen“, weiß Korbinian Wester. Und: Der Kirmesmann „wird am Ende im Rhein verbrannt.“

In Rheinbrohl singt man während der Verbrennung des Kirmesmanns das Lied des Schutzpatrons St. Suitbertus. In Oberdollendorf wird der Kirmeskerl dienstagsabends im Weinberg verbrannt. Damit findet die Laurentiuskirmes ihr offizielles Ende.

 

 

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