Wagners-Oper „Die Walküre“ live aus der Met


Vom Untergang der Götterwelt

Nur einen Teil aus der monumentalen „Ring der Nibelungen“-Tetralogie von Richard Wagner auf den Spielplan zu setzten, mag für manchen Opernfan etwas halbherzig klingen. Doch „Die Walküre“ ist ein Drama für sich und so überwältigend, bedeutungsvoll und pathetisch wie das Gesamtkunstwerk. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“ können alle Liebhaber des musikalischen Hochgenusses am Samstag, 30. März, ab 17 Uhr im Cine 5 Asbach wieder wie in der ersten Reihe sitzen.

Christine Goerke als Bruennhilde in Wagners „Die Walküre“
Bild: V. Peters/Met

Richard Wagner gilt auch heute noch als der ebenso komplexe wie umstrittene Schöpfer von Musikdrama-Meisterwerken, die im Fokus des heutigen Opernrepertoires stehen. Dem gebürtigen Leipziger eilte schon zu Lebzeiten der Ruf voraus „ein künstlerischer Revolutionär der Oper“ zu sein, der jede Vermutung über Musik und Theater neu durchdachte. So schrieb er beispielsweise seine eigenen Librettos und bestand darauf, dass in seinen Werken „Worte und Musik gleichwertig seien“.

Über ein Vierteljahrhundert zogen sich Wagners Arbeiten am „Ring der Nibelungen“ dahin. Angeregt vom mittelalterlichen Nibelungen-Erzählstoff begann er 1848 damit, sich mit dem Schicksal des Drachentöters Siegfried zu beschäftigen. Doch in einer einzigen Oper konnte er den Stoff um den nordischen Prometheus, der sich als wahrhaft freier Mensch gegen die überkommene Götterwelt stellt und so eine bessere Gesellschaft schafft, einfach nicht bewältigen.

Immer tiefer drang er in die Vorgeschichte seines Helden ein. Die Dichtung vollendete er zwar 1853, doch mit der Musik sollte es noch bis zum 21. November 1874 dauern. An diesem Tag nämlich schreibt Wagner auf die letzte Seite der Partitur die Notiz: „Vollendet in Wahnfried; ich sage nichts weiter!! R.W.“

Insgesamt ist „Der Ring der Nibelungen“ als Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend konzipiert und besteht aus den vier Teilen „Das Rheingold“, „Die Walküre“, „Siegfried“ und „Götterdämmerung“. Ohne Pause käme das Werk auf eine ungefähre Länge von fast 16 Stunden.

„Die Walküre“, für viele das Herzstück des Gesamtwerks, stellt die Kinder des Gottes Wotan – Siegmund und Sieglinde – ins Zentrum. Ihre tragische Liebesgeschichte mit zahlreichen inzestuösen Verwicklungen stellt sich jedoch als Teil eines raffinierten Plans heraus, mit dem sich Göttervater Wotan gegen den Untergang seiner Götterwelt stemmt.

Doch dabei verstrickt er sich in seine eigenen Gesetze und muss das Heft des Handelns aus der Hand geben: Siegmund wird getötet und Wotans Lieblingstochter, die Walküre Brünnhilde, von ihm selbst auf einen Felsen verbannt. Die schwangere Sieglinde indes kann fliehen und folgt ihrem Schicksal – zu Wagners bemerkenswertester Musik. (imr)

 

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