Kinder verstecken bunte Steine in der Region – dort sollen sie aber nicht bleiben


Von Asbach aus um die ganze Welt

Das Bemalen von Steinen gehört in der Evangelischen Kindertagesstätte Asbach schon fast zum Alltag. Seit dem Herbst verwandeln die Kita-Kinder unermüdlich Steine in kleine Kunstwerke. Damit möchten sie Menschen auf der ganzen Welt ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Von der niederländischen Küste (linkes Bild) und sogar aus Uganda (kleines Bild) sowie 45 weiteren Ländern (Bild unten) erreichten die Asbacher Kindergartenkinder schon Bilder von ihren Steinen.
Bilder: privat

Auslöser des Asbacher Projektes war eine Aktion anlässlich des Weltkindertages im September 2018, bei der die Kita-Kinder einen Stein bemalt und die Eltern Wünsche für sie darauf geschrieben haben. Da die Kinder weitere Steine anmalen wollten, griff Martina Kramer eine Idee auf, die die interkulturelle Fachkraft im kanadischen Winnipeg kennengelernt hatte. In der Millionenstadt verteilen die Bewohner seit langer Zeit selbstbemalte Steine (die sogenannten „Winnipeg Rocks“), die ganz gezielt gesucht und weiterversteckt werden.

 „Bei uns werden die Steine ganz bewusst an Plätzen ausgelegt, wo Menschen vorbeikommen und sie auch sehen“, so Kramer. Um verfolgen zu können, wo die Asbacher Steine versteckt, gefunden und wieder versteckt werden, rief die interkulturelle Fachkraft die Facebook-Gruppe „#Asbachersteine gehen um die Welt“ ins Leben. Auf der Rückseite der Steine findet sich folgende Botschaft: „Poste ein Foto auf FB #Asbachersteine und verstecke mich. Schreibe bitte den Fundort dazu.“ Meldungen sind aber auch auf Instagram möglich.

Bislang haben es die Asbacher Steine bereits in mindestens 47 Länder weltweit geschafft. In der Kita können die Kinder die Reise der Steine auf einer Weltkarte verfolgen, auf die Kramer immer dann einen Punkt klebt, wenn ein neues Land hinzugekommen ist. Wann immer die Zeit es zulässt, bemalt sie mit den Kindern weitere Steine mit Acrylstiften, die anschließend mit Lack auf Wasserbasis besprüht werden.

„Das ist etwas, was sie wirklich voller Freude machen“, betont die Erzieherin. So verwundert es nicht, dass das Projekt schon eine Unmenge an Steinen hervorgebracht hat. Mittlerweile beteiligen sich aber auch (Groß-)Eltern und andere Privatleute an der Stein-Produktion. „Es ist ein Selbstläufer geworden“, sagt Kramer, die bereits Malworkshops für Erwachsene im Kindergarten und in der Grundschule durchgeführt hat. Jeder kann sich an der Aktion beteiligen und so dazu beitragen, die Steine weiterzuverbreiten.

Steine spenden Freude und Kraft

Im Rahmen des Projektes beteiligte sich die evangelische Kita am Malwettbewerb der Bad Honnef AG zum Weltwassertag im März und belegte den ersten Platz in der Kategorie „Kindergarten“. Die von den Kindern bemalten und mit den Botschaften zum Weltwassertag, wie zum Beispiel „Wasser ist für alle da“ und „Wasser ist Leben“, beschrifteten Steine konnten die Besucher der Preisverleihung und der Ausstellung im Bad Honnefer Rathausfoyer mitnehmen und in die Welt hinaustragen.

„Für uns ist es einfach wichtig, dass die Menschen sich freuen“, so Kramer. Dass dieser Plan aufgeht, zeigt auch das Facebook-Posting einer Frau, die ganz traurig auf einer Bank am Rheinufer in Bad Honnef saß, als sie in einer Spalte einen Asbacher Stein entdeckte. „Es machte mich wieder etwas glücklicher für den Tag“, schreibt sie.

Kraft schenken möchten die Kita-Kinder auch Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen. So haben sie etwa spezielle Steine für Eltern von Sternenkindern sowie für Schwerstkranke und Sterbende bemalt und sie diesen zukommen lassen. (eg)

 

 

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