Richie XXS

 

Von Jugend an in der Bütt

Mit Kalauern, Wortspielereien und „Liedern, die der Mensch nicht braucht“ steht Richie XXS derzeit in den Bütten der Region. Doch auch außerhalb des Karnevals unterhält der Roßbacher mit der Ukulele das Publikum.

Richie XXS (4)

Der Roßbacher Richard Lerbs alias Richie XXS ist nicht nur in der fünften Jahreszeit mit seiner Ukulele und seinen Wortspielereien unterwegs, sondern auch das restliche Jahr über.
Bild: privat

In der Bütt aktiv sei er schon seit seinem 16. Lebensjahr, erzählt Richard Lerbs aus Roßbach. Zunächst habe er immer in Waldbreitbach mit ein paar Leuten auf der Bühne gestanden. Anschließend ging es dann in Roßbach weiter. Als Solokünstler im Karneval aktiv ist der 53-Jährige nun auch bereits seit über zehn Jahren.

Ergeben hat sich das Ganze mehr oder weniger dadurch, dass er eine Ukulele geschenkt bekam. „Da dacht ich, da muss sich ja irgendwas mit machen lassen. So ist auch irgendwie der Name Richie XXS entstanden“, erklärt Lerbs. „So eine Ukulele ist klein und ich bin auch nicht unbedingt der Größte.“

So hielt er seinen ersten eigenen Vortrag. Nach und nach trat er auch in den umliegenden Orten auf. „Und mittlerweile mache ich Vorträge zwischen Düsseldorf und Mainz“, sagt er. In den Kölner Karneval reinzukommen, sei jedoch schwierig.

Wortspielereien aus zufälligen Ideen

Da er manche Vereine jedes Jahr besucht, stellt Richard Lerbs stets zum Karneval ein komplett neues Programm von gut 20 bis 25 Minuten zusammen. Dafür greift er auf Dinge zurück, die er das ganze Jahr über aufgeschrieben und gesammelt hat. Denn er sagt: „Am Besten ist immer das, was einem so aus der Lameng einfällt.“ So entstehen aus zufälligen Ideen Wortspielereien. Daraus macht Lerbs dann Gedichte oder Lieder zu bekannten oder teilweise auch eigenen Melodien. Zum Schluss wird alles sortiert und „einfach nach Stichworten ein bisschen zusammengestellt“.

Ein bestimmtes Thema hat der 53-Jährige nicht. „Eigentlich ist das querbeet, alles Mögliche, was so kommt“, sagt er. So hat er sogar schon einmal ein Lied über ein Spannbetttuch geschrieben. Nicht umsonst spricht er selbst von ‚Liedern, die der Mensch nicht braucht’. „Es soll einfach nur reine Unterhaltung sein und trotzdem ausgefeilte Wortspielerei“, erklärt er.

Wichtig ist dem Wortakrobaten, dass die Leute immer Sachen zu Hören bekommen, die er an diesem Ort noch nicht gebracht hat. „Es ist selten, dass irgendwo eine Rede mal gleich ist. Es ist immer wieder verschieden“, sagt Lerbs. Wenn er zum Beispiel einen Verein zum ersten Mal besucht, macht er eine Mischung aus alten und neuen Sachen. Ein kleiner Spickzettel mit Stichpunkten auf seiner Ukulele hilft ihm im Notfall, den Faden nicht zu verlieren. „Letztendlich hab ich das zwar alles im Kopf, aber so hat man eine gewisse Sicherheit“, erklärt der 53-Jährige, der hauptberuflich in einem Planungs- und Architekturbüro in Neustadt arbeitet.

Um die 20 Karnevalsveranstaltungen, die meisten davon in der Region, stehen jährlich auf seinem Terminplan. In der Session steht Lerbs teilweise bis zu viermal pro Tag als Richie XXS auf der Bühne. Spaß macht es ihm trotzdem. Sonst würde er es auch nicht machen. Insgesamt bestreitet Lerbs jährlich etwa 50 Richie XXS-Auftritte – wenn nicht im Karneval als Büttenredner, dann als Comedian.

 

 

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